Frieden macht Schule Blog

GeschafftFrei denken - nicht mitlaufen

Posted by Dr. Gertrud Müller 20 Oct, 2019 11:12:20

Geschafft
Am Sonntag bin ich meinen ersten Halbmarathon gelaufen und hab’s geschafft. Vor zwei Jahren beschloss ich, meine Gesundheit zu fördern und begann, mich vom Ausgleichsportler zum Hobbysportler zu entwickeln. Als ich mit 58 Jahren anfing, Triathlon zu trainieren, kamen natürlich besorgte Kommentare: Meinst du nicht, dass das zu schwer ist und du zu alt bist, glaubst du, es ist die Mühe wert, nur um jung zu bleiben, das ist sicher nicht so leicht in dem Alter, willst du dir das wirklich antun ...?

Und die warnenden Stimmen hatten ja sogar Recht, leicht ist das alles nicht. Ich übte unermüdlich und zielstrebig, am frühen Morgen, bei Wind und Regen, Kälte und Dunkelheit. Im August brach ich mir zu allem Überfluss noch zwei Zehen und der Arzt zweifelte, das mit dem Halbmarathon würde nicht gehen. Ich trainierte mit Schwimmen und Radfahren, das ging auch mit gebrochenen Zehen und nach 4 Wochen begann ich wieder zu laufen, anfangs etwas mühsam, aber es ging. Eine Woche vor dem Halbmarathon schaffte ich gerade mal 14 km. Aufgeregt wagte ich mich dennoch an den Start, ermutigt und angespornt durch meinen Trainer, dem ich für seine intensive Betreuung sehr dankbar bin. Er meinte, der Versuch sei es wert, ich könnte jederzeit aufhören.
Blog image Photo: Maren Börsdamm
Am Morgen des Rennens versuchte ich mich selbst zu motivieren und zu ermutigen. Am Start traf ich zwei bewundernswerte Frauen, eine Ultramarathonläuferin und ihre Mutter, die ebenfalls den ersten Halbmarathon lief, wir verstanden uns sofort. Nach einigen organisatorischen Fragen liefen wir zu dritt miteinander die folgenden 21 km. Unterwegs feuerten uns die Zuschauer am Wegesrand an, Trommler machten Mut. “Lauf Forrest lauf„ stand auf einigen der Schildern, die uns die Menschen zum Durchhalten entgegenhielten (ich liebe den Film "Forrest Gump"). Wasser, Bananen und Nervennahrung wurden uns von begeisterten Helfern gereicht, wir bedankten uns, winkten den Menschen zu und liefen... Eine wunderbare Stimmung, Geben und Nehmen, herrlicher Sonnenschein, goldgelb- und rotgefärbte Bäume, so viele ermutigende Gesten, und laufen, laufen, laufen... Ab Kilometer 14 wusste ich: ich bin gut in der Zeit, ich kann das schaffen. Das Ziel wird greifbar und endlich ist es in Sicht!

Ein herrlicher Tag und soooooo viele Glücksgefühle!!!
Danke an meine wunderbaren Mitläufer, danke an alle, die das ermöglichten, danke an alle, die dabei waren und uns versorgten, danke an alle, die uns anfeuerten!
Blog image Photo: Maren Börsdamm


Wenn wir spüren, dass Menschen sich anstrengen, jeder auf seine Art, wenn wir uns gegenseitig Mut machen und Ziele vor Augen haben, wenn wir helfen, teilen und lernen, dann fühlt sich das Leben so richtig lebenswert an.
Euch allen eine schöne neue Woche mit vielen Glücksgefühlen und Menschen, die Mut machen.
Gertrud Müller



KreativitätFrei denken - nicht mitlaufen

Posted by Dr. Gertrud Müller 13 Oct, 2019 11:18:34

Haben Sie als Kind auch Wickie und die starken Männer angeschaut?
Wickie zeigt den großen starken Männern, wie durch Kreativität geniale Lösungen gefunden werden, damit die Männer nicht mehr kämpfen müssen.
Wenn man die Welt heute ansieht, dann bräuchten wir dringend wieder einen kreativen Wickie, der den übertrieben selbstbewussten Männern dieser Welt interessante und geniale Lösungen zeigt.
Wir können uns alle wieder kreative Intelligenz aneignen, jeden Tag wieder etwas Neues probieren, wie die Kinder. Hoffentlich können wir dann den so mächtigen, kämpferischen und pseudo-starken Männern zeigen, dass eine geniale Welt, den ganzen Kampf, die Kriege, die Morde und all die Vergeltungen nicht braucht.
Ich wünsche uns allen ganz viele unorthodoxe Ideen und viel Kreativität für eine bessere Welt von Morgen. Wenn Ihr neue, gute Ideen habt, schickt Sie uns. Wir veröffentlichen diese Ideen und Maßnahmen in unserem online-Magazin: "We create a free and friendly world".

Eine ideenreiche Woche

Gertrud Müller

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Bild: “Rosentage in Friedrichstadt/ NF”, Mischtechnik, Gelstift mit Aquarell, ARTelier o.ZILLE, Octavia Zille

>AuthentischFrei denken - nicht mitlaufen

Posted by Dr. Gertrud Müller 06 Oct, 2019 20:26:28

> Diese Woche war ich auf einem Seminar mit der Regel: alle Teilnehmer sind wertschätzend und einfühlsam. Natürlich gelingt das noch nicht vollkommen, bei unseren Gesellschafts-, Schul- und Mediensystemen, die auf Konkurrenz, Leistung und Show aufgebaut sind.
> Aber ist es nicht schon ein Riesenerfolg, dass im Jahr mehrere 1000 Menschen daran arbeiten, mitfühlend, ehrlich und wertschätzend zu werden? Auch wenn man in den herkömmlichen Medien noch nicht so viel davon hört: es geschieht gerade eine große Evolution, vor allem eine Entwicklung der Liebe, die den ganzen Planeten erfüllen kann. Macht mit, schaut auf all das, was sich schon positiv entwickelt hat, zeigt eure Liebe und Wertschätzung jeden Tag. Sagt dem Müllmann danke für die Sauberkeit. Schenkt dem Polizisten ein Lächeln für die Ordnung. Lobt die Bäckerin für das leckere Croissant und die lange Arbeitszeit.

> Seht all das Gute, was die Menschen tun und bitte, bitte sagt es Ihnen. Es wird erstaunlich sein wieviel Lebensfreude und Glücklichsein wir damit säen können.
> Alles Liebe und ganz viel Dankbarkeit und Lebensfreude in der neuen Woche
> Gertrud Müller
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StylingFrei denken - nicht mitlaufen

Posted by Dr. Gertrud Müller 28 Sep, 2019 21:44:01


Diese Woche war ich beim Friseur und habe mir ein paar neue Kleider gekauft. Es stellt sich die Frage:„Was passt zu mir, mit welcher Kleidung fühle ich mich wohl, was steht mir, wie gefalle ich mir, wie möchte ich gesehen und wahrgenommen werden?“ Wenn wir uns kleiden und stylen, beginnt immer auch ein gewisses Theater.
Persona nannte C.G. Jung die nach außen gezeigte Einstellung eines Menschen, eine Maske, die Individualität vortäuscht und durch Anpassung anderen die erwünschte Vorstellung von sich selbst zeigt. Warum zeigen wir uns gegenseitig eine Maske, obwohl es auch die Möglichkeit gäbe, einfach ehrlich zu sein, so wie wir sind und uns wohlfühlen?
Wenn wir alle schon in einer liebevollen und wertschätzenden Kultur leben würden, wäre die Maske nicht mehr nötig. Die Maske ist oft notwendig um ein Gefühl des Angenommenseins zu spüren, das wir alle brauchen. Wenn wir wissen, dass wir in einer bestimmten Gesellschaft ausgegrenzt, verlacht oder umerzogen werden, dann verhalten wir uns nicht mehr authentisch, dann spielen Menschen bewusst oder unbewusst eine Rolle. Sie tragen eine Maske, von der sie annehmen, dass diese erwartet wird oder vor Strafe schützt. Viele Menschen bewegen sich deshalb in Gruppen, die ihnen wohlgesonnen erscheinen und in denen sie anscheinend so angenommen werden wie sie sind. In diesen Gruppen tragen sie die angepassten Masken und die dazu passenden Uniformen. Andere Personen passen sich an die Normen und Erwartungen der Gesellschaft und Religionen an und spielen mit diesen Masken. Menschen brauchen Masken, für die unterschiedlichen Felder in denen Sie sich bewegen. So spielen alle Menschen mehr oder weniger Theater, sie verkleiden und verstellen sich. Ist es verwunderlich, dass wir uns oft gar nicht kennenlernen, sondern immer mehr entfremden? Und wenn wir uns fremd werden, brauchen wir die freundlichen, netten, höflichen und achtsamen Masken nicht mehr, dann setzen viele Ihre böse Maske auf.
Wie schön wäre es, wenn wir all diese grotesken Masken ablegen würden. Dann wäre es viel leichter, eine liebevolle und wertschätzende Kultur aufzubauen, dann bräuchten wir keine Masken mehr und dürften so sein wie wir sind.
Eine schöne neue Woche, in der wir immer wieder Menschen begegnen, bei denen wir keine Masken brauchen.
Gertrud Müller

Blog image Gemälde: Inge Halrid


GlockenFrei denken - nicht mitlaufen

Posted by Dr. Gertrud Müller 22 Sep, 2019 06:10:35

Heute ist herrliches Herbstwetter, blau-weißer Himmel, die Sonne scheint - das Oktoberfest beginnt. Keine Spur von Protest, Trauer oder schlechter Stimmung in München. Jetzt ist Feiern angesagt. Mit Dirndl und Lederhosen gehen die Menschen pfeifend, singend und beschwingt durch die Straßen und die Glocken läuten.
Die Glocken läuten bei vielen Anlässen: zur Hochzeit, zur Taufe, zum Gottesdienst, zur Beerdigung, wenn ein Papst stirbt, wenn der Tag endet. Heute gibt es noch einen anderen Anlass, dass die Glocken läuten. Heute am 21.09. am internationalen Tag des Friedens, läuten europaweit für 15 Minuten die Glocken für den Frieden. Seit 1981 wird der internationale Tag des Friedens begangen, mit der Hoffnung, dass es die Menschen schaffen, an einem Tag im Jahr friedlich zu leben.
Jetzt haben wir als Menschheit schon soviel erreicht, schaffen wir es, mit unserem Nächsten und der Umwelt in Frieden zu leben?
Es wäre doch sinnvoll, dass wir uns das gemeinsam zum Ziel machen.
„Auf geht‘s, pack mas!“ dad ma in Bayern sagen.
Auf Hochdeutsch: „Los jetzt, packen wir es an!“
In diesem Sinne: einen schönen Start in die Wiesn-Zeit und viel Kraft und Energie, dass wir gemeinsam die Welt doch noch retten.
Eine schöne neue Woche
Gertrud MüllerBlog image

Schulbeginn und PrüfungenFrei denken - nicht mitlaufen

Posted by Dr. Gertrud Müller 14 Sep, 2019 20:53:26

Diese Woche ging die Schule wieder los; ich habe noch die Aussage eines Abschlussprüflings im Ohr: „Juhu, nie wieder lernen!“
Ja das denkt man so im jugendlichen Leichtsinn: wenn man die Schule hinter sich hat, gibt es keine Prüfungen mehr und kein Lernen. Blog image
Die Menschen sehnen sich nach Stillstand wenn’s Ihnen gut geht. Bei Schwierigkeiten sollte die Zeit schnell vergehen und sich alles ändern. Das Leben versucht beides zu erfüllen. Ruhige Lebens- und Lernphasen wechseln immer wieder ab, Kosmos und Chaos. Leben heißt Weiterentwicklung, Evolution, Bewusstsein. Stellt uns das Leben vor neue Herausforderungen, so ist das lediglich eine Prüfung des Lebens. Können wir die Schwierigkeiten des Lebens als Prüfung erkennen, dann werden wir versuchen, die neuen Prüfungen zu bestehen und auf höherem Niveau weiter zu leben. Schimpfen wir und sind wir über Herausforderungen unzufrieden, bleiben wir zurück - abgehängt vom Leben und der kollektiven Entwicklung.
Ich wünsche uns den Mut zur Weiterentwicklung und die Zeit zum Ausruhen in einer schnelllebigen Welt.
Eine schöne neue Woche
Gertrud Müller

FähigkeitenFrei denken - nicht mitlaufen

Posted by Dr. Gertrud Müller 07 Sep, 2019 19:53:08

Vor einigen Jahren habe ich in einem Büro ein kleines Schild gelesen:
"Ich bin zu allem fähig und zu nichts zu gebrauchen."
Dieser Satz ist mir jetzt eingefallen, als ich die Brexitdebatten verfolgt habe. Hochintelligente Menschen, die vom Volk als fähige Politiker gewählt wurden, bringen es nicht auf die Reihe, gute Lösungen zu finden und vergiften damit die Stimmung im Land. Die gute Stimmung bewirkt, wie sich Menschen verhalten. Sind wir schlecht gestimmt, droht Streit, Missverständnis, menschliche Kälte. Beziehungen gehen kaputt und Gewaltbereitschaft wächst. Haben wir hingegem gute, freundliche Stimmung, so sind wir fröhlich, großzügig, verzeihen leichter und gehen offener und herzlicher auf andere zu.
Ich habe in London Menschenmassen in Hochstimmung erlebt. Bei der königlichen Hochzeit - alles war feierlich geschmückt - die Menschen sind in großen Scharen gekommen um das Glück der Liebe zweier Menschen zu bestaunen, es war eine wunderbare, freundliche, friedliche, harmonische Stimmung, die Menschen wirkten entspannt, glücklich, sie sprachen miteinander, staunten und freuten sich in und mit all der Pracht. Wenn ich heute Bilder von den Protesten in den Straßen von London sehe, fällt mir wieder dieser Spruch ein: wir Menschen sind zu allem fähig...zum Feiern und zum Protest, zur Heirat und zur Trennung, zu wundervoller Liebe und zu abgrundtiefem Hass.

Die Frage, die ich mir stelle: Wohin wollen wir uns als Menschheit entwickeln, zu einer liebevollen Spezies, die sich gegenseitig und die Natur achtet oder zu einer Schlangenbrut, zu Parasiten, die alles zerstören?

Wir sind zu allem fähig, in welche Richtung werden wir unsere Fähigkeiten lenken?
Ich wünsche uns allen, dass es uns immer wieder gelingt, eine freundliche Stimmung zu erleben und unsere Fähigkeiten hilfreich zu nützen.
In diesem Sinne eine schöne Woche mit viel freundlicher Stimmung

Gertrud Müller

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DemonstrationenFrei denken - nicht mitlaufen

Posted by Dr. Gertrud Müller 01 Sep, 2019 07:48:10

Demonstration
In den Nachrichten hören wir immer wieder von Demonstrationen: gegen die Politik, gegen Rechts, gegen Links, gegen Atommüll, gegen Umweltverschmutzung usw. Immer wieder arten diese Demonstrationen aus, Steine werden geworfen, Gebäude geplündert, die Polizei greift ein und treibt die Demonstranten auseinander, Menschen werden verletzt, getötet, enttäuscht, Konflikte verschärfen sich, Aufrührer werden inhaftiert, ein neuer Grund für Proteste. Manchmal führt die Rebellion zum Machtwechsel, dann rebellieren die anderen. Seit tausenden von Jahren geht dieses Spiel, die einen kämpfen gegen die anderen, dann beginnen wieder andere zu kämpfen. Wie viel Energie verschwenden wir in diese sinnlosen Kämpfe, wieviel Leid erzeugen wir gerade durch diese Kämpfe? Wäre es nicht schlauer, wenn wir Menschen lernten, Konflikte zu lösen, so dass jeder das erhält was er möchte?
Schauen Sie doch mal vorbei in der Konfliktakademie www.konfliktakademie.de - vielleicht haben auch Sie Lust ein Profi für Konfliktlösungen zu werden? Vielleicht gelingt es, so wie es heute Polizei und Feuerwehr gibt, Konfliktlösungsteams aufzubauen. Lernen wir Menschen unsere Konflikte zu lösen, braucht es all die Machtkämpfe nicht mehr.
Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche mit vielen guten Konfliktlösungen.
Gertrud Müller

Blog image Gemälde. Inge Halrid