Frieden macht Schule Blog

Frieden macht Schule Blog

Vom Siegen

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 22 Jul, 2019 00:12:11

Viele Lottomillionäre werden anfangs als Gewinner gefeiert, wenn sie nach 3 Jahren ärmer sind als zuvor, wird sie niemand mehr als Gewinner bezeichnen. Nur wenn wir etwas gewinnen, das wir uns verdient haben durch Fleiß, Geschick, eine gute Idee, Anstrengung oder Begabung können wir verdiente Anerkennung erwarten und selbst stolz auf uns sein. Wir können auch dankbar erkennen wieviel Unterstützung wir erhalten haben: Kein Sieg wird von einer Person allein errungen. Wir brauchen eigenes Engagement und viel Unterstützung um zu siegen. Viele Menschen wollen gewinnen ohne eigenes Engagement, ohne Dankbarkeit. Glücksspiele und Wettbüros machen gute Geschäfte mit dieser Einstellung und nur wenige erkennen, dass sie auf dem besten Wege sind in eine Abhängigkeit, eine Spielsucht und eine Abwärtsspirale. Ein Gewinn ist nur etwas wert, wenn wir selbst in den Gewinn investieren und andere am Engagement und dem Gewinn beteiligen. Überlegen Sie welchen Gewinn möchten Sie erzielen: Einen Sportpokal, eine liebevolle Beziehung, einen Berufsabschluss, eine Verdienstmedaille, Gesundheit, Fähigkeiten, Sicherheit, Vermögen, Ländereien....?

Wenn wir uns vormachen wir könnten gewinnen ohne dafür irgendeinen Preis zu bezahlen, dann sind wir wie Dieb, der etwas entwendet was ihm nicht zusteht. Wenn Sie einen Wunsch oder ein Ziel haben, überlegen Sie, welches Engagement brauche ich, welche Unterstützung kann ich mir holen, was kann ich tun um meinen Wunsch, mein Ziel zu erreichen, immer und immer wieder bis sich der Wunsch erfüllt, das Ziel erreicht ist. Das sind die Bausteine für ein glückliches, erfülltes und erfolgreiches Leben. Manchmal müssen wir viel investieren bis wir gewinnen. Manchmal werden wir mutlos, oder investieren in falsche Projekte. Alles kein Problem, jeder Tag birgt eine neue Chance, ein neues Glück um unsere Ziele zu erreichen. Nur wer aufgibt oder sich unerreichbare Ziele setzt wird seine Wünsche nicht erreichen. Wenn wir realistische Ziele setzen, in das Ziel investieren, uns Hilfe holen und durchhalten bis wir das erreicht haben, was wir wollen, dann können wir nur gewinnen, auch dann wenn wir uns am Anfang schwach fühlten. Gewinn ist nicht ein Zeichen von Stärke, sondern ein Signal, dass auch der Schwache über die bisherigen Fähigkeiten und Möglichkeiten hinauswachsen kann.

Ich wünsche uns allen, dass wir Verluste und Schwächen nur als vorübergehende Erscheinungen wahrnehmen, als Preis, den wir zahlen auf dem Weg zum Gewinn. Eine gute neue Woche

Gertrud Müller



Sternschnuppen und Lichtblicke

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 14 Jul, 2019 07:02:04
Jetzt kommt wieder die Zeit der Sternschnuppen am nächtlichen Sommerhimmel. Wenn man sich etwas wünscht, während man eine Sternschnuppe fallen sieht, so sagt man, geht ein Wunsch in Erfüllung.
Ich glaube viele Menschen wünschen sich inzwischen eine freie und freundliche Welt, eine Welt in der die Menschen sich gegenseitig achten und die Natur bewahren.
Es zeigen sich Lichtblicke mitten in den weltweiten Kämpfen und der Weltuntergangsstimmung: Menschlichkeit scheint wieder einen Wert zu erhalten.
Der Konflikt mit dem Irak wird von vielen Akteuren immer wieder deeskaliert.
Bisher ist es noch zu keinem Krieg gekommen.
Die Kapitänin, die Menschen das Leben rettete wird nicht verurteilt sondern möglicherweise sogar geehrt.
Menschen, die sich für die Umwelt engagieren, werden immer weniger als ökologische Spinner verlacht, sondern ernster genommen.
In New York ist der Strom ausgefallen, die Menschen blieben dennoch gut gelaunt und fröhlich, machten Konzerte im Freien, es wurden keine Geschäfte geplündert wie bei früheren Stromausfällen.
Wird es uns gelingen, die Probleme, die wir Menschen uns selbst erschaffen haben, wieder in den Griff zu bekommen? Noch sind wir weit davon entfernt und dennoch mehreren sich die Hoffnungen: Menschen, die sich für eine bessere Welt engagieren, werden sichtbarer, spürbarer, hörbarer.
Ich wünsche uns allen auch diese Woche wieder viel Mut und Engagement, damit wir uns alle engagieren können, jeder an seinem Ort, für unsere gemeinsame Welt. Herzliche Grüße
Gertrud Müller



Ene mene mu...

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 07 Jul, 2019 12:31:27

und was spielst du?

Können Sie sich noch erinnern:„Ene mene Mu und draus bist du.“

Dieses Auszählspiel diente bei den Kinderspielen dazu denjenigen auszuwählen der eine gewisse Rolle beim gemeinsamen Spiel einnehmen durften oder mussten: eine(r) muss sich verstecken, die anderen suchen,....

Im schlechtesten Fall und bei den grausameren Spielen wurden diejenigen ausgewählt, die verspottet und gedemütigt werden.

Genau das, was Kinder als Spiele lernen, das spielen sie auch später als Erwachsene. Und Erwachsenen lernen den Kindern wieder ihre Spiele zu spielen. Eine never-ending Story!

So spielen ein Teil der Zeit angenehme und freundliche Spiele, bei denen andere mitspielen dürfen. zu anderen Zeiten werden Macht- Ausgrenzungs- und Beschämungsspiele gespielt, Spiele, die andere ausgrenzen und erniedrigen. Um Menschen besser zu verstehen und einschätzen zu können ist immer hilfreich ihre Spiele zu beobachten: welche Spiele spielen sie, zocken sie andere ab, spielen Sie ehrliche Spiele, bluffen sie, spielen sie hinterhältige Spiele, versuchen Sie andere mit ihren Spielen zu begeistern, zu verführen oder bei Spielen andere über den Tisch zu ziehen, andere zu erniedrigen oder zu beschämen? Spielen die Mitmenschen kreative Spiele, riskante Spiele oder ewig die gleichen und schon langweiligen Spiele.

Wenn wir die Spiele der anderen kennenlernen und besser verstehen, sind wir nicht mehr so anfällig Spiele mitzuspielen, die uns nicht gut tun, uns schaden, oder uns zu Verlierern machen.

Wenn wir gleich jedes Spiel mitspielen das andere anbieten, tun wir uns schwer wieder auszusteigen, wenn’s unangenehm oder gefährlich wird.

Es ist schön auch als Erwachsene zu spielen, mitspielen zu dürfen. Wir können jedoch immer prüfen, mag ich dieses Spiel mitspielen, wie kann ich aus Spielen und Spielregeln aussteigen, bringt mir das Spiel selbst etwas, oder spiele ich ein falsches Spiel mit, nur um dazu zu gehören, um mitspielen zu dürfen.
Zurzeit spielen die viele Menschen auf der Erde ein gefährliches Spiel, das mächtige Erdzerstörer-Spiel, wer kann wen zerstören und wer wird der Sieger.
Vielleicht ist es uns kollektiv möglich die grausamen Spiele zu durchschauen und nicht mehr mitzuspielen. Und es bleibt zu wünschen, dass wir schönere Spiele erfinden, in der alle mitspielen können und die Natur und das ganze Universum wieder die Achtung und Beachtung findet, die ihnen zustehen.

Ich wünsche uns allen viel Wachheit um zu prüfen, welche Spiele wir mitspielen und welche nicht. Und ich wünsche uns viel Kreativität um neue Spiele zu erfinden, Spiele, die uns Menshchen und der Natur gut tun.

Eine schöne neue Woche

Gertrud Müller





Der große Zoo

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 30 Jun, 2019 08:47:57

Fühlen Sie sich frei das Leben zu leben, das Sie führen möchten? Wenn ich Leuten begegne sagen Sie mir oft wie unfrei Sie sich fühlen. Warum leben wir in einer vermeintlich freien Gesellschaft so, dass sich viele Menschen unfrei fühlen? Kennen Sie das Gefühl, jetzt muss ich das tun und jetzt muss ich jenes tun, ich sollte so sein wie es erwartet wird. Oder reagieren Sie eher bockig oder genervt, wenn andere Ihnen Vorschriften machen? Warum gelingt es einigen Menschen Freiheitsgrade zu erwerben um andere zu unterdrücken und andere kuschen?
Wir können nicht frei leben, weil wir uns über die Jahrhunderte in Gesellschaften, Kulturen, Religionen und Gruppen eingesperrt haben, wie die Tiere im Zoo. Wir leben durch Status und Gesetze getrennt voneinander, wie in Käfigen. Wir leben mit Grenzen der Gesetze, mit religiösen Geboten udn Vorschriften, mit den Normen und Vorschriften der Familien, Regenten, Ärzte, Juristen, Lehrer und Schulen. Wie Wärter im Zoo bewachen sie unser inneres und äußeres Leben. Wir leben nicht in freien, wertschätzenden und achtsamen Beziehungen miteinander. Wir organisieren Beziehungen nach gesellschaftlichen Status, Hierarchie, mit Strafen und Besitz. Deshalb dürfen nur bestimmte Leute miteinander heiraten, nur bestimmte Leute dürfen Freiheitsrechte genießen und Geschäfte machen und nur bestimmte Leute dürfen ungestraft Verbrechen begehen. Der andere Teil der Menschen erscheint dazu verdammt nach den gesellschaftlichen Vorgaben und religiösen Regeln anderer leben müssen, die in der jeweilige Kultur, Gruppe, im jeweiligen Land in der jeweiligen Epoche, durch die jeweiligen Gesetze und Machthaber erlaubt sind. Wir leben weltweit nicht mit eigenem Verstand und selbstbestimmten Gefühl, sondern in erlaubten bzw. verbotenen Territorien in Ober- oder Unterschichten in Königshäusern, Slums oder sogar kriminellen Umfeldern. Menschen werden krank an und in diesen einengenden zooartigen Welten. Die Umwelt wird zerstört durch den Konsum und den Kontrollaufwand, den diese organisierten Welten erfordern. Wir betreiben einen immensen Aufwand in unserem inneren und äußeren Leben, wenn wir das gesellschaftliche Leben nach diesen hierarchischen, überlieferten Strukturen ordnen. Wir leben wie in einem großen weltweiten Zoo. Vielleicht gelingt es uns langsam immer mehr dieser Zoogrenzen zu erkennen, in andere Käfige zu schauen, Kontakt aufzunehmen zu den anderen im Zoo eingesperrten Wesen. Vielleicht gelingt es uns langsam die Zoogrenzen aufzulösen, mehr zu leben wie wir wollen statt wie wir müssen und sollen. Die ganze Welt und jeder einzelne Mensch kann heilen, wenn es uns langsam immer mehr gelingt das Leben wieder natürlich zu leben mit dem eigenem guten Gefühl und in wertschätzenden Beziehungen, in denen jeder dem andern ein gutes Leben gönnt.

Ich wünsche uns eine gute Woche und viele freie und wertschätzende Gefühle.

Gertrud Müller



Wasser

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 23 Jun, 2019 00:39:56
In den letzten zwei Wochen durfte ich zwei hoffnungsvolle Projekte zum Thema Wasser kennenlernen.

Herr Eduard Kastner vom Medienhaus Kastner in Wolnzach arbeitet an einem genialen Climate Correction Projekt CCP. Das Projekt ist in der Erprobungsphase; geplant ist Meerwasser zu entsalzen, meernahe Wüsten zu bewässern damit in der Wüste Bäumen gepflanzt werden können und in den Wüsten Wälder entstehen.

Ein viel kleineres dennoch sehr vielversprechendes Wasserprojekt stellte mir der Ingenieur Tayyar Bayrakei vor: Er entwickelte ein Rohr zur Partikelabscheidung aus Wasser, damit wäre möglich verunreinigtes Wasser zu reinigen, eine große Hilfe vor allem für Menschen in Entwicklungsländern. https://www.founderio.com/de/startup/248638 Herr Bayrakei sammelt gerade Spenden für den Bau eines Prototypen und für die Patentierung der Methode bei startnext https://www.startnext.com/cyfract

Wir hier in den westlichen Industrieländern sehen es oft als selbstverständlich, dass sauberes Wasser aus dem Hahn kommt. In den Wüsten und in Entwicklungsländern ist das keine Selbstverständlichkeit.
Vielleicht denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal Hände waschen oder ein Glas Wasser trinken, dass es für andere Menschen auf dieser Welt Luxus ist sauberes Wasser zu trinken und sich die Hände waschen zu können.
Vielleicht denken Sie daran, wenn Sie Bäume sehen, wie lange es gedauert hat bis diese wunderbaren Pflanzen wachsen konnten, wie schön es ist, wenn sie Schatten spenden, wie beruhigend sich das Rauschen der Blätter anhört und wie gut der Wald duftet.
Wir beachten oft viel zu wenig die tagtäglichen Wunder des Lebens.
Wäre es nicht besser, wenn wir uns als Menschen umeinander bemühen, wenn wir die Natur bestaunen, mit den Pflanzen und Tieren kooperieren statt alles zu zerstören?
Falls Sie Projekte entdecken, die die Welt zu einem besseren Ort machen, dann schreiben Sie uns bitte, wir veröffentlichen sehr gern hoffnungsvolle Projekte und Ideen in unserem online-Magazin www.1centforpeace.de

Ich wünsche uns allen eine hoffnungsvolle und zuversichtliche Woche

Gertrud Müller



zusammen leben lernen

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 16 Jun, 2019 09:24:35
Seit alter Zeit lernen Menschen von einer Generation zur nächsten Macht und Durchsetzen als effektive Konfliktlösung. Ist es wirklich so sinnvoll, effektiv und gewinnbringend, wenn Menschen immer wieder gegeneinander kämpfen, streiten und großen Schaden verursachen? Wir lernen in den Schulen nicht wie wir fair Konflikte lösen und nur wenige lernen Konfliktkompetenz in ihren Familien oder der sozialen Umgebung. So entstehen viele Streits, eine Menge Leid und Unglück durch ungelöste oder schlecht gelöste Konflikte. Ist es nicht wesentlich sinnvoller, wenn wir lernen Konflikte gemeinsam zu lösen, eine Lösung zu finden, in der es allen Beteiligten gut geht. Fühlt es sich nicht viel besser an mit anderen in Wahrheit und Frieden zu leben? Seit Mitte des letzten Jahrhunderts haben viele kluge Menschen sich theoretisch mit der Möglichkeit befasst Konflikte gut und konstruktiv zu lösen. Aus diesen theoretischen Erkenntnissen haben wir eine praktische Ausbildung zusammengestellt um Konfliktkompetenz zu lernen. Wir bieten Kurse an und stellen individuelle Kurse zusammen. Die ersten Kurse starten im Juli.
Bei Interesse finden Sie die Konfliktakademie im Netz unter www.konfliktakademie.de

Ich wünsche Ihnen eine schöne neue Woche mit vielen genialen Konfliktlösungen.
Gertrud Müller





Pfingsten das Fest vom Geist der Liebe

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 09 Jun, 2019 11:08:18
Brauchen wir heute noch den Geist der Liebe? Die Technik mit Computern, Hard- und Software lenkt die Welt, Medikamente suggerieren universelle Heilung, Sex ist käuflich, wenn die Menschen nicht funktionieren wie sie sollen, dann gibt`s Gefängnisse und Waffen. Reicht es in der Zukunft, Geld zu verdienen, zu funktionieren, zu ducken und zu schießen. Das ganze lästige sich umeinander bemühen entfällt, kein Suchen mehr nach gemeinsamen Lösungen, keine Mühe mehr andere zu verstehen oder ihnen zu vergeben; alles erscheint einfach gelöst in der modernen Welt. Keine Sorge, die Liebe ist auch in der modernen Welt nicht tot, nur gut versteckt in unserem Inneren, gehütet wie der größte Schatz. In jedem von uns und in der Natur wohnt die Kraft der Liebe, auch wenn wir sie heute oft nur als Sehnsucht wahrnehmen. Solange wir dem Geld, der Technik, den Medikamenten und den Waffen mehr vertrauen als uns selbst, werden wir die wahre Liebe nicht finden. Wenn wir jedoch lernen die inneren Bedürfnissen zu spüren, den eigenen Gefühlen wieder mehr zu vertrauen, wenn wir den eigenen Werten und dem guten Gewissen zuhören, individuelle Ziele verfolgen und die eigenen Fähigkeiten trainieren, dann können wir den Respekt vor uns selbst und den Anderen wieder finden, dann können wir wieder Freundschaft schließen und die Kraft der wahren Liebe spüren. Gerade jetzt, in dieser schwierigen Zeit, begegnen mir immer mehr Menschen mit ihrer Sehnsucht und ihrer Suche nach wahrer Liebe. Immer mehr Menschen suchen die Kraft, den Mut, die Geduld, die Ausdauer der ehrlichen Freundschaft, der echten Liebe. Heißt es nicht: Wer suchet der findet?
Vielleicht sind wir ja weltweit gerade dabei die verschüttete und versteckte Liebe wieder zu finden, Ich wünsche uns allen, dass wir nach der wahren Liebe suchen und sie wieder finden. Schöne Pfingsten. Gertrud Müller


Wir müssen reden...

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 02 Jun, 2019 11:40:12
Wenn Menschen diesen Satz sagen ist nicht immer ein faires Gespräch auf Augenhöhe zu erwarten. Vielmehr entlädt sich teilweise eine Flut von unreflektierten Interpretationen, Beschuldigungen und unerfüllten Erwartungen. Was können wir tun, wenn andere uns verurteilen, abwerten, uns nicht verstehen, nicht glauben, nicht wertschätzen, uns verraten, nicht vertrauen, nicht ernst nehmen oder uns völlig ungerechtfertigt beschuldigen.
Zuerst können wir ruhig bleiben, zuhören und versuchen den Standpunkt des anderen zu hören. Zu einem Gespräch gehören immer mindestens zwei. Zeitweise gelingt es trotz der eigenen Bemühung nicht eine vernünftige Basis für ein Gespräch zu finden. Manchmal sind unsere Erlebnisse, Erfahrungen, Interpretationen und Deutungen der Welt einfach zu verschieden. Manchmal müssen wir der Realität ins Auge sehen: mit dieser Person wird es vorläufig keine Möglichkeit für eine Lösung geben. Auch das ist Leben, wir können lernen zu akzeptieren, dass es auch in einem grenzenlosen Universum Grenzen gibt. Wir können lernen, dass Menschen die Welt aus sehr unterschiedlichen Perspektiven wahrnehmen, dass wir alle mit sehr verschiedenen Gefühlen geladen und beladen sind. Der eigene Wunsch nach Liebe, Verstehen und Verstandenwerden prallt an die Mauer der Verurteilung, des Zynismus, des Sarkasmus, der Lieblosigkeit, der Ignoranz des anderen. Die eigene Liebe, Fürsorge und das Wohlwollen wird nicht immer erwidert. Viel zu lange haben die Menschen schon Dramen, Streit und Lieblosigkeit kultiviert. Wir können kaum mehr glauben, dass es noch echte unverfälschte Zuneigung und wechselseitige Hilfe und Liebe geben kann.
Es lohnt sich dennoch an liebevollem Denken und Verhalten zu arbeiten, immer wieder.
Mit zunehmender Reife erkennen wir dann: auch Missverständnisse, Ablehnung und Unverständnis gehören zu den Lernaufgaben und Prüfungen in Menschlichkeit. Auf dem Weg zur Weisheit können wir immer mehr Gelassenheit entwickeln gegenüber den verrückten Schauspielen und Machtkämpfen des Lebens. Wir können die Dramen der Menschen nicht mehr so ernst nehmen und langsam erkennen wir, dass wir alle gerade die Lebensschule der Menschlichkeit durchlaufen. Gütig lächelnd blicken wir dann auf uns selbst und die Tolpatschigkeit all der kleinen Menschlein um uns herum; wie Erstklässler lernen gerade die ersten Lektionen selbstbestimmtem Leben und es wird noch einige Zeit dauern bis ein größerer Teil der Menschheit weise wird und liebevoll miteinander leben kann. Wenn wir all die Mühen, Fehler und Unfähigkeiten der Teilnehmer der Menschlichkeitsschule oft genug gesehen haben, dann lachen wir von Herzen, wie in einen guten Kabarett, über diese (noch) so grotesk unterentwickelte Seite der Menschheit. In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel Gelassenheit und eine große Dosis Humor trotz aller derzeitigen Verwerfungen und den notwendigen Lernprozessen der Menschheit. Eine humorvolle Woche Gertrud Müller

Next »