Frieden macht Schule Blog

GlockenFrei denken - nicht mitlaufen

Posted by Dr. Gertrud Müller 22 Sep, 2019 06:10:35

Heute ist herrliches Herbstwetter, blau-weißer Himmel, die Sonne scheint - das Oktoberfest beginnt. Keine Spur von Protest, Trauer oder schlechter Stimmung in München. Jetzt ist Feiern angesagt. Mit Dirndl und Lederhosen gehen die Menschen pfeifend, singend und beschwingt durch die Straßen und die Glocken läuten.
Die Glocken läuten bei vielen Anlässen: zur Hochzeit, zur Taufe, zum Gottesdienst, zur Beerdigung, wenn ein Papst stirbt, wenn der Tag endet. Heute gibt es noch einen anderen Anlass, dass die Glocken läuten. Heute am 21.09. am internationalen Tag des Friedens, läuten europaweit für 15 Minuten die Glocken für den Frieden. Seit 1981 wird der internationale Tag des Friedens begangen, mit der Hoffnung, dass es die Menschen schaffen, an einem Tag im Jahr friedlich zu leben.
Jetzt haben wir als Menschheit schon soviel erreicht, schaffen wir es, mit unserem Nächsten und der Umwelt in Frieden zu leben?
Es wäre doch sinnvoll, dass wir uns das gemeinsam zum Ziel machen.
„Auf geht‘s, pack mas!“ dad ma in Bayern sagen.
Auf Hochdeutsch: „Los jetzt, packen wir es an!“
In diesem Sinne: einen schönen Start in die Wiesn-Zeit und viel Kraft und Energie, dass wir gemeinsam die Welt doch noch retten.
Eine schöne neue Woche
Gertrud MüllerBlog image

Schulbeginn und PrüfungenFrei denken - nicht mitlaufen

Posted by Dr. Gertrud Müller 14 Sep, 2019 20:53:26

Diese Woche ging die Schule wieder los; ich habe noch die Aussage eines Abschlussprüflings im Ohr: „Juhu, nie wieder lernen!“
Ja das denkt man so im jugendlichen Leichtsinn: wenn man die Schule hinter sich hat, gibt es keine Prüfungen mehr und kein Lernen. Blog image
Die Menschen sehnen sich nach Stillstand wenn’s Ihnen gut geht. Bei Schwierigkeiten sollte die Zeit schnell vergehen und sich alles ändern. Das Leben versucht beides zu erfüllen. Ruhige Lebens- und Lernphasen wechseln immer wieder ab, Kosmos und Chaos. Leben heißt Weiterentwicklung, Evolution, Bewusstsein. Stellt uns das Leben vor neue Herausforderungen, so ist das lediglich eine Prüfung des Lebens. Können wir die Schwierigkeiten des Lebens als Prüfung erkennen, dann werden wir versuchen, die neuen Prüfungen zu bestehen und auf höherem Niveau weiter zu leben. Schimpfen wir und sind wir über Herausforderungen unzufrieden, bleiben wir zurück - abgehängt vom Leben und der kollektiven Entwicklung.
Ich wünsche uns den Mut zur Weiterentwicklung und die Zeit zum Ausruhen in einer schnelllebigen Welt.
Eine schöne neue Woche
Gertrud Müller

FähigkeitenFrei denken - nicht mitlaufen

Posted by Dr. Gertrud Müller 07 Sep, 2019 19:53:08

Vor einigen Jahren habe ich in einem Büro ein kleines Schild gelesen:
"Ich bin zu allem fähig und zu nichts zu gebrauchen."
Dieser Satz ist mir jetzt eingefallen, als ich die Brexitdebatten verfolgt habe. Hochintelligente Menschen, die vom Volk als fähige Politiker gewählt wurden, bringen es nicht auf die Reihe, gute Lösungen zu finden und vergiften damit die Stimmung im Land. Die gute Stimmung bewirkt, wie sich Menschen verhalten. Sind wir schlecht gestimmt, droht Streit, Missverständnis, menschliche Kälte. Beziehungen gehen kaputt und Gewaltbereitschaft wächst. Haben wir hingegem gute, freundliche Stimmung, so sind wir fröhlich, großzügig, verzeihen leichter und gehen offener und herzlicher auf andere zu.
Ich habe in London Menschenmassen in Hochstimmung erlebt. Bei der königlichen Hochzeit - alles war feierlich geschmückt - die Menschen sind in großen Scharen gekommen um das Glück der Liebe zweier Menschen zu bestaunen, es war eine wunderbare, freundliche, friedliche, harmonische Stimmung, die Menschen wirkten entspannt, glücklich, sie sprachen miteinander, staunten und freuten sich in und mit all der Pracht. Wenn ich heute Bilder von den Protesten in den Straßen von London sehe, fällt mir wieder dieser Spruch ein: wir Menschen sind zu allem fähig...zum Feiern und zum Protest, zur Heirat und zur Trennung, zu wundervoller Liebe und zu abgrundtiefem Hass.

Die Frage, die ich mir stelle: Wohin wollen wir uns als Menschheit entwickeln, zu einer liebevollen Spezies, die sich gegenseitig und die Natur achtet oder zu einer Schlangenbrut, zu Parasiten, die alles zerstören?

Wir sind zu allem fähig, in welche Richtung werden wir unsere Fähigkeiten lenken?
Ich wünsche uns allen, dass es uns immer wieder gelingt, eine freundliche Stimmung zu erleben und unsere Fähigkeiten hilfreich zu nützen.
In diesem Sinne eine schöne Woche mit viel freundlicher Stimmung

Gertrud Müller

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DemonstrationenFrei denken - nicht mitlaufen

Posted by Dr. Gertrud Müller 01 Sep, 2019 07:48:10

Demonstration
In den Nachrichten hören wir immer wieder von Demonstrationen: gegen die Politik, gegen Rechts, gegen Links, gegen Atommüll, gegen Umweltverschmutzung usw. Immer wieder arten diese Demonstrationen aus, Steine werden geworfen, Gebäude geplündert, die Polizei greift ein und treibt die Demonstranten auseinander, Menschen werden verletzt, getötet, enttäuscht, Konflikte verschärfen sich, Aufrührer werden inhaftiert, ein neuer Grund für Proteste. Manchmal führt die Rebellion zum Machtwechsel, dann rebellieren die anderen. Seit tausenden von Jahren geht dieses Spiel, die einen kämpfen gegen die anderen, dann beginnen wieder andere zu kämpfen. Wie viel Energie verschwenden wir in diese sinnlosen Kämpfe, wieviel Leid erzeugen wir gerade durch diese Kämpfe? Wäre es nicht schlauer, wenn wir Menschen lernten, Konflikte zu lösen, so dass jeder das erhält was er möchte?
Schauen Sie doch mal vorbei in der Konfliktakademie www.konfliktakademie.de - vielleicht haben auch Sie Lust ein Profi für Konfliktlösungen zu werden? Vielleicht gelingt es, so wie es heute Polizei und Feuerwehr gibt, Konfliktlösungsteams aufzubauen. Lernen wir Menschen unsere Konflikte zu lösen, braucht es all die Machtkämpfe nicht mehr.
Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche mit vielen guten Konfliktlösungen.
Gertrud Müller

Blog image Gemälde. Inge Halrid



MuseumFrei denken - nicht mitlaufen

Posted by Dr. Gertrud Müller 25 Aug, 2019 07:02:15

Gestern besuchte ich ein Museum. Es ist sehr interessant, was die einzelnen Städte und Regionen ausstellen. Meist geht es um Macht, Einfluss, Darstellung von Siegen, wichtigen Personen, imposanten Bauten, Erfindungen, Objekten, Kleider, Uniformen, in Mode gekommene Religionen, Verhaltensweisen und gewonnene Kriege. Nur am Rand werden Opferzahlen erwähnt und die zahlreichen Menschen, die unterbezahlt und zu schlechten Bedingungen arbeiten mussten um die nationalen und gesellschaftlichen Errungenschaften zu ermöglichen. Die tragischen Schicksale, Verwundete und Tote der einfachen Leute, die die Zeche der großartigen Siege bezahlten, werden nur am Rande erwähnt. Empfinden wir es als gerecht, dass die Siege der einen auf Kosten der anderen errungen werden? Wäre es nicht ein echter Fortschritt der Moderne, wenn wir Menschen uns versöhnen, mit uns selbst, mit Siegen und Niederlagen, wenn wir uns versöhnen mit den Mitmenschen, mit den Tieren mit der Natur. Wenn uns das gelingt, können unsere Enkel andere Museen besuchen: Museen der Versöhnung, Museen des Respekts, Museen der Menschlichkeit, Museen der Menschenwürde, Museen der Wertschätzung und Museen der Entfaltung von fairem Handel und sinnerfüllter freier Arbeit, ... Wir gestalten unsere Zukunft. Welche Museen wollen wir unseren Nachfahren später zeigen? Ich wünsche uns viel Freude um jeden Tag ein schönes Leben zu gestalten und viel Mut, Kraft und Ausdauer um eine gute Zukunft zu erfinden, zu ermöglichen und zu erleben.
Eine gute neue Woche
Gertrud Müller
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ZeitFrei denken - nicht mitlaufen

Posted by Dr. Gertrud Müller 17 Aug, 2019 21:23:58

Diese Woche hat meine Uhr ihren Geist aufgegeben, der Tag musste schnell anders organisiert werden. Wie spät ist es, wo ist die nächste Uhr? Wir sind heute gewohnt ganz schnell auf alle möglichen Uhren schauen zu können, die Uhr am Herd, am Handy, am Telefon, am PC, auch die gute alte Kirchturmuhr gibt es noch.
Haben wir mehr Zeit, weil es viele Uhren gibt? Oder ist es nicht umgekehrt, dass all die Uhren uns in immer größere Hektik versetzen, ein neues Instrument von höher, schneller, weiter? In unserem westlichen Industrieländern erleben wir zwei Zeiten, den natürlichen Biorhythmus aller Wesen - die natürliche Zeit. Und die gesellschaftlich konstruierte Zeit: Die Arbeitszeit, Öffnungszeiten, Schulzeit, Dienstzeiten, Vertragszeiten, Fristen, Freizeiten, Parkzeiten, Strafzeiten, Begnadigungszeiten, Regierungszeiten,...
Und immer wieder kollidieren die natürliche Zeit und die konstruierte Zeit. Wir müssen aufstehen, wenn unser Biorhythmus nach Schlaf verlangt, der Autofahrer gerät in einen Stau, obwohl er es sehr eilig hat, Leben kann nicht gerettet werden, weil zur nötigen Zeit gerade das Wetter sehr schlecht ist, notwendige Reformen können nicht stattfinden, weil in dieser Zeit keine innovative Führung das System regiert, Fehler und Unfälle passieren, weil müde und überforderte Menschen zu einer Zeit arbeiten, in der sie Ruhe benötigen.
Vielleicht kann es mit der Zeit gelingen, die natürliche Zeit und die gesellschaftlich konstruierte Zeit mehr in Einklang zu bringen. Ich stehe gerne früh auf, am liebsten ohne Wecker, ich leiste gern viel, am liebsten ohne Zeitdruck und ich genieße die Tage an denen ich frei bin, auf Radltour in der Natur oder im Garten, dann genieße ich nur die natürliche Zeit: Vögel hüpfen von Ast zu Ast, die Ameisen kriechen aus der Erde, die Schnecke versucht den Weg zu überqueren. Ich genieße das Rauschen des Windes in den Bäumen, Sonnenaufgang und Sonnenuntergang....
Ich wünsche uns allen die Zeit, die uns gut tut und die wir brauchen - für uns und für unsere Tätigkeiten.
Eine schöne neue Woche
Gertrud Müller

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On TourFrei denken - nicht mitlaufen

Posted by Dr. Gertrud Müller 10 Aug, 2019 19:32:02

Dieses Wochenende hab ich wieder eine Radltour gemacht. Man glaubt gar nicht, wer da alles mit on Tour ist: Lebensmittel-Milch-Öl-Holz-Bau-Toiletten-Gefahrguttransporter. Auf den Nebenstraßen kommen Erntemaschinen entgegen, Traktoren und diverse landwirtschaftliche Fahrzeuge. Ist der Radweg zu Ende muß ich als Radlfahrer auf Bundestrassen ausweichen, es überholen viele Autos: bunte, große und kleine, schnelle und langsame, neue und ältere Modelle. Ich überquere Bahnübergänge und höre die Züge vorbeiflitzen. Es scheint als seinen alle unterwegs. In den Ortschaften sind Fußgänger auf Einkaufstour und hin und wieder begegnen mir andere Radler. Auf den Feldern und Weiden ist das Tempo gemächlicher, die Pflanzen wachsen unmerklich langsam, Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen grasen gemütlich vor sich hin und sogar einen Storch entdecke ich auf einer Wiese. Einige Radfahrer grüßen, Kinder winken, bei einer Rast besucht mich eine Katze sie schnurrt, als ich sie streichle. Und ich habe das Gefühl mitten im Leben und glücklich zu sein. Ich wünsche uns allen immer wieder Momente in denen wir die Fülle und die Vielfalt des Lebens spüren und genießen dürfen.
Eine schöne neue Woche
Gertrud Müller

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ZuvielFrei denken - nicht mitlaufen

Posted by Dr. Gertrud Müller 04 Aug, 2019 08:02:04

Immer wenn etwas Zuviel ist, wird es unangenehm, wenn wir zuviel essen, leiden wir an Völlegefühl und Übergewicht, wenn wir zuviel arbeiten und hetzen erscheinen Stresssymptome, wenn wir zu viel Alkohol trinken entstehen Orientierungsschwierigkeiten und Organschäden, wenn wir zu viel Geld ausgeben entwickeln wir Schulden und Armut. Wenn Personen zu viel Macht und Ansehen wollen werden sie gierig und überheblich. Unser Körper, unsere Beziehungen und unsere Umwelt leiden, wenn wir nicht mehr auf unsere Gefühle hören und aus dem Gleichgewicht geraten. Leider lernen wir als moderne Menschen zuviel Denken und wir verlernen zu fühlen. Ähnlich wie bei einer Heizung, bei der der Thermostat ausfällt sind wir nicht mehr in der Lage das Maß des Lebens zu spüren. Wir spüren nicht mehr oder viel zu spät, wenn es zu heiß wird auf der Welt, wenn die Pflanzen leiden und Wälder sterben, wir ertragen viel zu lange, dass die Städte stinken und vermissen die Tierarten nicht, die immer mehr verschwinden. Wir können wieder lernen zu fühlen, genau an dem Zuviel: wir können prüfen was ist heute zu viel, was kann ich weglassen, damit sich mein Leben wieder besser anfühlt.
Eine bescheidenere Version Mensch und eine „weniger ist mehr“ Philosophie würde uns in der zivilisierten Welt sicher gut tun. Könnten wir zudem unser zuviel teilen mit denen, die zu wenig haben, dann könnte es bald wieder besser passen auf der Welt.

Ich wünsche uns allen, dass wir immer wieder das Maß des Lebens finden, das sich gut anfühlt.

Einen schönen Sonntag und eine maßvolle und gefühlvolle Woche.

Gertrud Müller

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