Frieden macht Schule Blog

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Dunkelheit und Licht

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 25 Nov, 2018 09:28:33
Die Tage werden wieder dunkel, die Luft fühlt sich rauh und kalt an, Pflanzen ziehen sich zurück. Wir Menschen sind der Dunkelheit und der Kälte im Laufe der Jahreszeiten ausgeliefert. In der Steinzeit erkannten die Menschen, dass Kälte und Dunkelheit eine bedrohliche Not darstellt. In dieser scheinbar ausweglosen Situation fanden sie die Kraft des Feuers.
Heute können wir Menschen die äußeren Bedingungen der Umwelt nach Belieben verändern und dennoch leiden viele weltweit an Kälte, Gewalt, Kriegen, Hunger, Elend. 5,6 Millionen Kinder starben letztes Jahr an schlechten Lebensbedingungen, Millionen Menschen fliehen aus ihrer Heimat und wir leben in der Bedrohung unsere Umwelt unumkehrbar zu zerstören. Wir leiden an massiver Ungleichheit, während sich die einen in Höllenzuständen gegenseitig quälen und in unsäglich Umständen vegetieren, stellen andere in Gold und Silberpalästen ihren Reichtum und ihre Macht zur Schau. Heute leiden wir nicht mehr an der Dunkelheit draußen, wir leiden an der Dunkelheit der Seelen, an der Untätigkeit und Ignoranz gegenüber Leid und Unrecht. Wir leiden an der Kälte in Beziehungen, an Beleidigung, Abwertung, Hass und Gier.
Heute sehnen sich viele Menschen nach Harmonie, Freude, liebevollen Beziehungen, nach unverfälschter Natur, gegenseitiger Hilfe, Hoffnung und Zuversicht.
In der Kontrolle der äußeren Welt haben wir Menschen scheinbar alles erreicht, wir fliegen zum Mond erkennen Galaxien und winzige Moleküle. Es wird an selbstfahrenden Autos gearbeitet und grenzenloser Energie, ja sogar Möglichkeiten der Unsterblichkeit werden erforscht. Trotz aller Moderne scheint die Menschheit für die aktuellen Probleme keine Lösung zu finden. Vielleicht sollten wir nicht nur im Außen nach Lösungen suchen, vielleicht finden wir in unser heutigen Not das innere Feuer. Wir können in unseren Seelen, in unseren Gefühlen ein Licht anzünden, den Funken des Glücks nützen, das innere Licht nähren, das noch existiert. Wir können Freude schenken und erleben, kleine Funken der Liebe anzünden und damit Wärme, Zuversicht und Glück lichsein kultivieren.
Ich wünsche uns eine schöne Woche, mögen wir unser inneres Licht entdecken und es immer weiter schenken bis die menschengemachte Dunkelheit überwunden ist und wir wieder im Glanz der Liebe erstrahlen.

Eine wunderschöne Woche

Gertrud Müller


Geschenke

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 18 Nov, 2018 08:59:31
Jetzt kommt wieder Weihnachten, die Zeit des Schenkens
Was ist bei einem Geschenk so schön? Die Überraschung, der Zauber,
das Geschenkpapier, der Karton, der Inhalt oder die liebevolle Ansicht,
mit der das Geschenk ausgesucht und geschenkt wurde?
Viele Kinder erhalten Geschenke und freudige Überraschungen, deshalb freuen
wir uns noch als Erwachsene über Geschenke und packen diese gerne aus.
Es gibt Geschenke, die aus Routine, geschenkt werden, man „muss“ ja etwas schenken.
Manche Geschenke werden geschenkt, weil etwas erreicht werden soll, der andere
soll besänftigt werden oder die eigene Großzügigkeit erkennen, soll verzeihen,
einen Fehler nicht bemerken....
Würden Geschenke schmerzhafte, beleidigende, negative erniedrigende Botschaften
enthalten könnten wir uns nicht freuen und wir weisen diese Geschenke zurück. Ehrliches, liebevolles und wertschätzendes Schenken macht Freude dem Schenkenden
und dem Beschenkten.
Wir können selbst Geschenke für unsere Mitmenschen sein.
Wie würde wohl eine Welt aussehen, in der wir Menschen
uns nicht nur an Weihnachten, sondern jeden Tag mit Wohlwollen, Wertschätzung
und Freundlichkeit beschenken? Ich wünsche uns allen viel Freude beim Schenken.
Eine schöne Woche
Gertrud Müller



Konflikt und Fehler

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 11 Nov, 2018 11:58:30
Diese Woche wurden Zeremonien begangen zum 100. Jahrestag der Beendigung des ersten Weltkrieges. Während im erstem Weltkrieg 17 Millionen Menschen zu Tode kamen, waren es im zweiten bereits 60-70 Millionen Tote. Und heute können wir die gesamte Menschheit mehrmals auslöschen.
Wie kommt es dazu, dass Konflikt uns zu solch drastischen Fehlern führen? Warum gelingt es uns Menschen nicht friedlich zusammen zu leben, während es dem Tier- und Pflenzenreich weitgehend problemlos gelingt?
Alle Wesen zeigen unter den verschiedenen Arten und auch individuell Unterschiede in Farbe, Größe, Stärke, Fähigkeiten, Kompetenzen und Geschicklichkeit. Im tierischen und pflanzlichen Lebensformen werden die Unterschiede akzeptiert. Konflikte entstehen nur, wenn es um fehlende Nahrungsgrundlagen geht. Im menschlichen Zusammenleben werden Kriege geführt auf Grund von unterschiedlichen Meinungen und Ansichten, auf Grund von Rechthabenmüssen und Rechthabenwollen. Die Meinung des anderen kann als Fehler bewertet werden. Personen können sich gegenseitig beschuldigen, Dramen inszenieren, Streit und Kämpfe beginnen aus scheinbar nichtigem Anlass. Menschen sind fähig zu jahrelangem Hass, zu Feindseligkeit. Sie können Konflikte schüren, verstärken, einander verletzen, beleidigen, kränken, Gewalt antun im Extremfall töten. Konflikte können sich aufschaukeln, verschärfen. Gefühle können sich innerhalb kürzester Zeit von liebevolle in hasserfüllte Gefühle verändern. Andere Ansichten können Beziehungen stören und zerstören. Deshalb versuchen Religionen und Nationalstaaten die Bürger und Gläubigen zu möglichst einheitlichem Denken zu erziehen. Dann streiten nicht mehr Einzelpersonen, sondern Gruppen, Länder, Religionen, Kulturen miteinander.
Gott sei Dank können wir auch Wege aus diesen Gewaltspiralen finden. Wir müssen nciht mitspielen bei all diesen Machtspielen der anderen. Wir können lernen die Meinungen anderer zu akzeptieren. Wir können uns wertschätzend austauschen, wir können Fehler als menschliche Fehlleistungen akzeptieren, Gemeinsamkeiten suchen, die eigene Bedürfnisse und die Bedürfnisse der anderen achten. Wir können selbst in unserem inneren Gefühle Gelassenheit, Ruhe und innere Stärke kultivieren. Wir lernen nicht nur das Denken, sondern wir lernen auch Gefühle. So können wir jeden Tag lernen Gefühle der Güte, des Verstehens und der Freundlichkeit zu kultivieren. Wir können lernen uns von niemanden unterdrüvcken zu lassen und niemanden zu unterdrücken. Jeder einzelne jeden Tag. Und wenn alles gut läuft, dann lernen wir als Menschheit friedlich und freundlich zusammen zu leben.
Ich wünsche uns allen eine friedliche und freundliche Woche
Gertrud Müller


Alte und neue Zeit

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 04 Nov, 2018 08:43:13
Diese Woche wurden wieder die Uhren umgestellt. Es begegnen uns verschiedene Zeiten im Leben: Sommerzeit, Winterzeit, Ortszeit, Weltzeit, Neuzeit, alte Zeit, Vergangenheit. Irgendwie scheint aktuell niemand so recht den Überblick zu haben, was machen wir mit all den Erfahrungen der Vergangenheit, mit den Möglichkeiten der Zukunft? Die alten Zeiten passen nicht mehr und eine neue Zeit ist nicht in Sicht. Wie gestalten wir eine neue Zeit auf diesem Planeten? Eine Zeitenwende kündigt sich an, ein Sylvester, ein Neujahr einer Epoche? Die Antike und das Mittelalter sind Geschichte. Wird auch die moderne Neuzeit mit Industrialisierung, Technisierung, Säkularisierung bald überholt sein? Und was wollen wir dann erleben? Vielleicht müssen wir zuerst eine innere Zeit spüren: Wie wollen wir unser Leben gestalten, was wollen wir erleben in der Zukunft. Früher waren die Menschen unterdrückt und versklavt. Heute erhalten wir immer mehr Entscheidungsmöglichkeiten. Wie wird die Welt aussehen, in der wir entscheiden, in der wir uns an unserem Wohlfühlen orientieren? Wie möchten wir leben? Oft kommt dann die Antwort wenn ich Geld hätte, dann... Die höchste Währung des Lebens ist nicht das Geld, es ist die Zeit, Zeit um Entscheidungen zu treffen, Zeit, die wir mit anderen verbringen, Zeit für ein gutes Leben, Zeit für wertvolle Momente, Zeit für glückliche Beziehungen. Viele erkennen erst den Wert der Zeit, wenn sie langsam abläuft, wenn sie spüren, was sie versäumt haben. Gerade dann können wir das Leben selbst wertvoll gestalten, wenn wir erkennen welche Zeit ungenutzt bleibt, nicht wertvoll erlebt und gelebt wird, welche gemeinsamen Zeiten nicht liebevoll gestaltet werden, welche Entscheidungen verschoben werden. Die neue Zeit wird nicht mehr von den Mächtigen und von außen verwaltet. Die neue Zeit wird von innen erlebt und belebt. Wir brauchen für die Zukunft keine reichen Selbstdarsteller, keine grausamen Machthaber und keine schwachen Mitläufer, keine streitsüchtigen Kriegstreiber und keine nichtssagenden Besserwisser! Wir brauchen viele liebevolle Menschen, viele geniale Ideen und viele mutige Entscheidungen, damit das eigene Leben und unser gemeinsames Leben wieder gelingen kann. Wie sieht Ihre neue Zeit aus? Was möchten Sie aus Ihrer Lebenszeit machen, was möchten Sie auf dem Planeten erreichen, mit Ihrer Zeit? Ich wünsche uns alle viele liebevolle Momente, viele nützliche und glückbringende Ideen, viele gute Entscheidungen, damit die neue Zeit eine gute Zeit wird, für alle Wesen hier auf diesem Planeten. Wir können heute beginnen, hier und jetzt, wir können mit diesem Tag beginnen eine neue Zeit, ein neues Leben zu gestalten.
Ich wünsche uns allen, dass wir unsere wertvolle Lebenszeit so gestalten, dass wir miteinander jeden Tag ein wenig glücklicher werden. Viel Freude bei der Gestaltung der neuen Woche.
Gertrud Müller



Regentropfen

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 28 Oct, 2018 07:19:35

Klipp, klipp, klipp der Regen tropft auf die Fensterscheibe, manchmal verbinden sich mehrere Tropfen laufen an der Scheibe herab. Der Regen fällt in die Pfützen, kleine Wassertropfen hüpfen aus dem Wasser empor, Rinnsale am Wegesrand. Mittags spiegelt sich der Himmel in all den Pfützen... Als Kind hatte ich noch Zeit diese Wunder zu beobachten, zu bestaunen. Heute schaue ich im Handy nach dem Wetter und überlege, wie ich bei Regen von A nach B komme, rechtzeitig, möglichst ohne nass zu werden und ohne die Umwelt zu belasten. Wenn ich höre wie Menschen schimpfen über den Regen, dann denke ich mir: was würden sie wohl sagen, wenn es nicht mehr regnet, wenn alle Pflanzen verdorren. Oder was würden sie sagen, wenn die Wassermassen durch die Straßen laufen, wie es schon so oft geschehen ist in anderen Städten in den letzten Jahren. Ich spüre wie dankbar ich bin, dass die Natur uns beschenkt mit Sonne und Regen, mit Wind und Ruhe, mit Tag und Nacht, mit Schwerkraft und Leichtigkeit... und ich hoffe, dass die Natur uns noch ganz lange so liebevoll beschenkt. Die Natur bedient uns, ohne irgendetwas zu verlangen; sie bedient uns obwohl wir Menschen schimpfen, klagen, die Erde und unsere Mitbewohner mit Füßen treten. Vielleicht können wir von der Großzügigkeit der Natur lernen und immer wieder unser Bestes geben, auch wenn andere schimpfen, klagen, sich nicht so verhalten wie es uns gerade passt. Ich wünsche uns gute Tage bei Regen und Sonnenschein.
Von ganzem Herzen eine schöne Woche

Gertrud Müller



Schatten und Licht

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 21 Oct, 2018 14:39:15
Franziska hat mir Bilder geschickt,
hab dazu ein paar Worte gestrickt.

Oft macht der Schatten im Gedicht
ein ziemlich dunkles Gesicht
Das Licht flüstert leise:
warum lächelst du nicht
der Schatten spricht:
dunkle Kontraste zeigen dein Licht

foto Franziska Neufeld

Eine Einheit von Schatten und Licht,
Nein sagt der Zweifler, das geht doch nicht
Und die Liebe schreibt schwarz auf weiß ein Liebesgedicht.
Liebe das Leben mit Schatten und Licht alles ist gut, bitte zweifle nicht

foto Franziska Neufeld

Wenn das Licht die Schatten der Bäume durchbricht
Malt es warme Farben auf dein Gesicht
der Haut ist die Sonne zu heiss,
Lieber Schatten drum gibt es ja dich, ich weiss
Genieße die Sonne, freue dich am Licht,
kühl dich im Schatten und vergiss beides nicht


Die Sonne steht abends am Himmelszelt,
versöhnt Tag und Nacht, die Menschen, die Welt.
Wenn der Glanz der Sterne auf die Erde fällt,
beruhigt sich das Kind im Dunkel der Welt,
Das Leben summt alles ist gut, fürchte dich nicht.
Vergib allem Dunkel und träume vom Licht
foto Franziska Neufeld

Am Morgen wenn die Sonne das Dunkel zerbricht,
Erscheint ein Lächeln auf deinem Gesicht
Die Schatten weichen, zeigen Glück und strahlendes Licht.
Vertraue dem Tag und deinem Lebenslicht.
foto Franziska Neufeld

Der Tod kommt schwarz ins bunte Leben hinein,
Oh Gott wie schrecklich, jeder zittert vor Gevatter Hein.
Die Farben leuchten still, ach du bist es nur:
Die Zäsur auf der bunten Lebenslicht-Schnur.
Blau, rot, grün, orange, lila und gelb leuchten die Blumen am Grab auf die Welt.
Die Trauer erzählt sanft vom vergangenen Licht
Und tröstet: sei beruhigt alles Dunkel ist nur der Schatten vom Licht,
ich zeig dir die Buntheit des Lebens, die das Schwarze durchbricht,
fasse neuen Mut und fürchte dich nicht.

foto Franziska Neufeld

Achte das Leben, alle Wesen, die Zeit,
dann vereinen sich Licht und Schatten zur Ewigkeit.

Heldinnen und Helden

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 13 Oct, 2018 21:25:39
Wer ist eine Heldin oder ein Held?

Diese Woche hab ich die neue European Outdoor Filmtour gesehen. Den Trailer könnt Ihr euch hier ansehen. https://www.eoft.eu/ Ich war total beeindruckt. Tom steigt mit Krücken auf den Kilimandscharo. Er nimmt seinen Arzt mit, der ihm mit 8 Jahren wegen Knochenkrebs das Bein amputieren musste. Die afrikanischen Guides machen ihm Mut, er schafft es trotz größter Strapazen den Gipfel zu erklimmen.
Ist das nicht eine wunderschöne Botschaft an uns alle?
Wir Menschen sind fähig Helden zu sein: Wir können uns gegenseitig helfen, wir können Krankheiten überwinden, wir können dankbar sein. Wir können trotz schwerer Behinderung neuen Mut finden. Wir können über so manche Grenzen des Lebens hinauswachsen und heldenhaft handeln, egal wie schwer uns das Schicksal trifft. Wenn wir nicht nur die Helden im Film bewundern, sondern immer mehr wagen Heldinnen und Helden im Alltag zu sein, dann können wir auch erreichen, dass wir auf diesem Planeten in Frieden zusammen leben mit allen Wesen. Das ist der Gipfel, den ich in meinem Leben erreichen möchte: Ich möchte alle Menschen inspirieren friedlich und liebevoll zusammen zu leben. Wenn Tom gelingt mit Krücken auf den Kilimandscharo zu gehen, dann kann es mir gelingen, die Menschen zu inspirieren in Frieden zusammen zu leben und zusammen mit allen anderen Wesen. Ich wünsche uns allen eine schöne Woche, und dass wir alle die Heldinnen und Helden in uns entdecken, unseren ganz persönlichen Kilimandscharo finden und besteigen. Und wenn möglich schaut euch den Film an, er macht Mut eine Heldin, ein Held zu werden und zu sein.

Schönen Sonntag

Gertrud Müller









Groß und Klein

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 07 Oct, 2018 00:39:10

Alle Menschen werden als kleine, unschuldige Wesen geboren. Hilflos liegen wir plötzlich in dieser fremden neuen Welt. Alles ist unbekannt, wir kennen die Sprache nicht, können uns nicht selbstständig bewegen. Wir können nicht für uns sorgen, sind den Personen ausgeliefert, die uns umgeben. Erwünschte Babys, die von glücklichen und liebevollen Betreuungspersonen umgeben sind und in einer warmen harmonischen Umgebung aufwachsen, lernen Gefühle von Liebe und Vertrauen. Werden Babys in lieblose Umgebungen hinein geboren, bei lieblosen Eltern, in Hungersnot oder Kriegsgebieten, lernen sie Misstrauen und Feindseligkeit. Es kommt nicht darauf an, in welchem Land und in welcher Kultur dies geschieht. Es sind weltweit die gleichen Phänomene. Wir begegnen auf dieser Erde liebevollen Menschen, die versuchen Liebe in die Welt zu tragen. Und wir begegnen den feindseligen Menschen, die glauben andere bekämpfen, erziehen und unterdrücken zu müssen. Ich stelle mir bei den Menschen, die mir begegnen immer die Babys vor, die sie waren. Babys, die verliebt angelächelt wurden und glücklich zurück lächelten, Babys die unterstützt, getröstet und geliebt wurden. Oder die Babys, die sich durchkämpfen mussten, durch lieblose, verzweifelte, ängstliche Blicke. Babys die kein Gefühl von Sicherheit erlebten, von Ängste gequält waren: Angst nicht zu überleben, nicht geliebt zu sein, Babys die Streit, Gewalt, Unterdrückung, Krankheit, Missbrauch und Elend erlebten. Diese Babys lernen feindselige Gefühle, sie müssen kämpfen zuerst ums eigene Überleben, später kämpfen sie in ihren Familien, in Gruppen, Staaten, Organisationen, Religionen, Armeen,....

Es wird keinen Menschen geben, der nur liebevolle Erfahrungen macht. Und kein Mensch wird überleben, der nur zerstörerische Bedingungen erlebt. So begegnen uns in allen Erwachsenen Mischformen aus liebevollen und lieblosen Persönlichkeitsanteilen. Wie hilfreich wäre es, wenn wir das anerkennen, uns nicht ständig dafür verurteilen. Ein geliebtes und geschütztes Kind wird kein Gewalttäter. Und bei Kindern, die gekränkt, geschlagen, missbraucht, terrorisiert oder zu Hochleistungsmaschinen getrimmt wurden, brauchen wir uns nicht wundern, wenn sie die Lieblosigkeit weiter geben, die sie selbst erfahren haben. Nicht die Menschen sind das Problem, sondern das lieblose Verhalten. Jedes lieblose Verhalten beginnt mit Leid und Mangel. Wir können Mangel und Lieblosigkeit bis zum Untergang kultivieren, und wir können mit Ausdauer und Geduld liebevolles Verhalten kultivieren. Jede gute Tat, jedes Lächeln, jede versöhnliche Geste, jedes Verzeihen, jede mutige Geste der Unterstützung, jede Absage an Gewalt und Zerstörung bringt uns einer liebevollen Menschheitsfamilie näher. Wir brauchen nützliche, ehrliche und wertschätzende Organisationen, Familien, die ihre Babys, Kinder und Jugendlichen lieben. Wir brauchen Erwachsene, die schwachen und alten Menschen helfen, die Tiere und Natur schützen. Wenn wir Menschen zusammenhalten und wertschätzendes, ehrliches Verhalten kultivieren, dann entstehen immer mehr liebevolle Gefühle, immer mehr freundliches Verhalten und mit Geduld und Ausdauer werden wir ein gutes Zusammenleben auf diesem Planeten erreichen.

Ich wünsche uns allen Hoffnung und Mut und eine freundliche neue Woche.
Gertrud Müller



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