Frieden macht Schule Blog

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Zuhause sein

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 09 Sep, 2018 11:22:31

Haben Sie sich schon mal gefragt, was für Sie Zuhausesein bedeutet? Immer wieder hören wir in den letzten Jahren von Migration, Flucht, von Heimat und Grenzen dieser Heimat. Zuhause sein ist nicht nur ein Ort, an dem wir geboren oder aufgewachsen sind, sondern vielmehr ein gutes Gefühl, das wir mit einem Ort oder anderen Personen und auch mit uns selbst verbinden. Viele Menschen sagen hier ist meine zweite Heimat, wenn sie diesen Ort oder Personen gefunden haben, die zu ihnen passen. Wenn wir uns zuhause fühlen, fühlen wir uns sicher und frei zugleich: Wir lernen Neues, dürfen glücklich und unbeschwert sein, wir können Gutes tun und dürfen die Arbeit leisten, die uns Freude macht. Zuhause achten wir uns selbst und wir achten die Gäste, die uns besuchen. Wenn eine Person sagt: Meine Heimat ist ein Ort, meine Heimat ist eine Weltanschauung, meine Heimat ist ein gewisser Brauch, eine bestimmte Kleidung und ein gewisser Tagesrhythmus, dann ist das seine Gewohnheit. Gewohnheiten fühlen sich oft vertraut an und vermitteln damit ein Gefühl von Zuhausesein. Gewohnheiten können jedoch auch einengen, Gewohnheiten können zu etwas zwingen. Gewohnheiten können Erniedrigungen, Drohung, Gewalt und Zwang legitimieren, wenn verletzende Gewohnheiten in Gesetze und Normen gegossen werden. Es gibt grausame Bräuche und menschenverachtende Gewohnheiten, aus denen eine Person nur mehr fliehen möchte. Menschen fliehen, wenn Orte mit Gewohnheiten, der Gewalt, Unterdrückung, Hunger und Elend und Gefühlen der Verzweiflung verbunden sind. Frauen fliehen von gewalttätigen und lieblosen Männern, Männer verlassen unattraktive und launische Frauen, Kinder fliehen aus Elternhäusern, in denen sie nicht erwünscht sind. Und Menschen fliehen aus Kriegsgebieten, in denen sie nur mehr Gewalt und Verzweiflung erleben. Warum wundern wir uns darüber?

Sind Sie schon geflohen aus Situationen, die Ihnen unangenehm waren? Wenn wir uns im Leben so bedroht fühlen, dass wir glauben so nicht weiterleben zu können, dann bleibt nur mehr Flucht oder Kampf.

Solange wir uns gegenseitig bekämpfen, werden wir auch voreinander fliehen.

Stellen Sie sich vor, die Menschen würden aufhören gegeneinander zu kämpfen. Stellen Sie sich vor Sie würden überall auf der Welt Gastfreundschaft erleben und selbst gute Gäste sein. Stellen Sie sich vor wir würden anderen Hilfe anbieten und Hilfe annehmen, stellen sie sich vor wir würden alle voneinander lernen; In so einer Welt könnten wir uns alle zuhause fühlen, überall auf diesem Planeten.

Ich wünsche uns allen immer wieder und überall Gefühle des Zuhauseseins.

Eine schöne neue Woche

Gertrud Müller