Frieden macht Schule Blog

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Konflikt und Fehler

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 11 Nov, 2018 11:58:30
Diese Woche wurden Zeremonien begangen zum 100. Jahrestag der Beendigung des ersten Weltkrieges. Während im erstem Weltkrieg 17 Millionen Menschen zu Tode kamen, waren es im zweiten bereits 60-70 Millionen Tote. Und heute können wir die gesamte Menschheit mehrmals auslöschen.
Wie kommt es dazu, dass Konflikt uns zu solch drastischen Fehlern führen? Warum gelingt es uns Menschen nicht friedlich zusammen zu leben, während es dem Tier- und Pflenzenreich weitgehend problemlos gelingt?
Alle Wesen zeigen unter den verschiedenen Arten und auch individuell Unterschiede in Farbe, Größe, Stärke, Fähigkeiten, Kompetenzen und Geschicklichkeit. Im tierischen und pflanzlichen Lebensformen werden die Unterschiede akzeptiert. Konflikte entstehen nur, wenn es um fehlende Nahrungsgrundlagen geht. Im menschlichen Zusammenleben werden Kriege geführt auf Grund von unterschiedlichen Meinungen und Ansichten, auf Grund von Rechthabenmüssen und Rechthabenwollen. Die Meinung des anderen kann als Fehler bewertet werden. Personen können sich gegenseitig beschuldigen, Dramen inszenieren, Streit und Kämpfe beginnen aus scheinbar nichtigem Anlass. Menschen sind fähig zu jahrelangem Hass, zu Feindseligkeit. Sie können Konflikte schüren, verstärken, einander verletzen, beleidigen, kränken, Gewalt antun im Extremfall töten. Konflikte können sich aufschaukeln, verschärfen. Gefühle können sich innerhalb kürzester Zeit von liebevolle in hasserfüllte Gefühle verändern. Andere Ansichten können Beziehungen stören und zerstören. Deshalb versuchen Religionen und Nationalstaaten die Bürger und Gläubigen zu möglichst einheitlichem Denken zu erziehen. Dann streiten nicht mehr Einzelpersonen, sondern Gruppen, Länder, Religionen, Kulturen miteinander.
Gott sei Dank können wir auch Wege aus diesen Gewaltspiralen finden. Wir müssen nciht mitspielen bei all diesen Machtspielen der anderen. Wir können lernen die Meinungen anderer zu akzeptieren. Wir können uns wertschätzend austauschen, wir können Fehler als menschliche Fehlleistungen akzeptieren, Gemeinsamkeiten suchen, die eigene Bedürfnisse und die Bedürfnisse der anderen achten. Wir können selbst in unserem inneren Gefühle Gelassenheit, Ruhe und innere Stärke kultivieren. Wir lernen nicht nur das Denken, sondern wir lernen auch Gefühle. So können wir jeden Tag lernen Gefühle der Güte, des Verstehens und der Freundlichkeit zu kultivieren. Wir können lernen uns von niemanden unterdrüvcken zu lassen und niemanden zu unterdrücken. Jeder einzelne jeden Tag. Und wenn alles gut läuft, dann lernen wir als Menschheit friedlich und freundlich zusammen zu leben.
Ich wünsche uns allen eine friedliche und freundliche Woche
Gertrud Müller