Frieden macht Schule Blog

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Vom Suchen und Finden

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 16 Dec, 2018 10:53:12
In der Weihnachtsgeschichte wird erzählt, Maria und Josef suchten nach einer Herberge. Sie fanden keine Herberge dafür einen gemütlichen Stall. Wenn wir im Leben etwas brauchen, etwas verloren haben, beginnen wir zu suchen. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass wir etwas finden, das wir brauchen, das uns weiterhilft. Vielleicht finden wir nicht sofort genau das, was wir suchten. Oft erkennen wir erst im Laufe der Suche was wir brauchen, was uns wirklich weiterhilft. Und wenn wir Stück für Stück das Leben suchen und finden, das wir leben und erleben möchten, erkennen wir den Sinn des Suchens und Findens.
Gerade in der Suche und im stückweisen Finden können wir spüren: Das Leben meint es gut mit uns.
In festgefahrenen Vorstellungen und dem Run des Leistungsstreben muss ein Erfolg nach dem anderen präsentiert werden, in dieser Jagd haben Suchen und Finden wenig Platz. Suchen erscheint altmodisch und zu langsam. Da wir alles haben, alles wissen und alles kaufen können, brauchen wir nichts mehr suchen, wir brauchen keine Sehnsucht spüren und nichts mehr verändern. Ohne Suche werden wir immer das gleiche Leben wie bisher leben und reproduzieren.
Wollen wir das?
Einzelne Forscher und Träumer suchen noch, sie glauben auch heute noch daran etwas Neues zu entdecken, bessere Lösungen zu finden und Zusammenhänge ganz anders zu verstehen. Gerade diese Pioniere der Suche haben in der Geschichte der Menschheit große Veränderungen ermöglicht. Das Leben möchte uns überraschen, möchte sich weiter entwicklen und weiter entfalten, mit neuen Arten, mit neuen Ideen und mit der Suche nach ganz anderen Inhalten, nach Sinn, Möglichkeiten und Strategien. Ist nicht gerade an Weihnachten die Zeit des Wünschens, in der wir Ausschau halten können nach alldem was wir ersehnen. Ist nicht gerade am Jahresende Zeit das zu suchen, was uns im neuen Jahr Erfüllung bringen kann.
Nur wenn wir es wagen wieder zu suchen, können wir überrascht werden und können staunen über all das andere, was wir bisher noch nicht wussten und kannten. Ich wünsche uns allen den Mut zu suchen und die Freude und das Staunen an so mancher Überraschung, die wir finden.
Eine schöne 3. Adventswoche!
Gertrud Müller