Frieden macht Schule Blog

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Wandel

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 17 Mar, 2019 14:01:08

Immer wieder fallen uns die Veränderungen des Lebens und des Zusammenlebens auf: Neue Entdeckungen, technischer Fortschritt, Veränderung von Einstellungen, Moden und Werten. Die einen propagieren Fortschritt, andere Tradition. Langsame Veränderungen nehmen wir als Menschen kaum wahr und dennoch führen auch diese langsamen Veränderungen über die Jahre zu spürbarem Wandel, zeitweise zu Krisen. Bei jeder Krise und jeder Veränderung gibt es Gewinner, die von den Ereignissen profitieren oder sie nützen können, und es gibt andere die durch diese Veränderungen viel verlieren. Der Verlust von Arbeit, die Trauer und Sorge in der Familie, Konflikte mit Kollegen oder Freunden, Krankheit und Tod von geliebten Menschen machen betroffen, manch einer verliert durch Veränderungen des Lebens die eigene Existenz, die Gesundheit sogar das eigene Leben. Proteste, Terror und Gewalt sind oft die Folge von der empfundenen Ungerechtigkeit in Veränderungen. Wir Menschen haben noch unzureichende Strategien mit den Verwerfungen des Lebens umzugehen. Bisher beschuldigen und bestrafen wir uns gegenseitig, wenn sich etwas verändert. Wir könnten uns jedoch auch gegenseitig helfen, miteinander teilen und voneinander lernen, dann würde manches Leid sich sehr schnell auflösen. Das ist wohl eine der wichtigsten Lektionen des Lebens.

Diese Lektion lehren und lernen wir nicht an Schulen, nicht in Universitäten und nicht in den Betrieben. Wir lernen das Aufrechterhalten von Wissen, das Einhalten von Normen, Regeln und Gesetzen, die kaum Spielraum lassen für Wandel.

Vielleicht können wir selbst lernen positiv mit Wandel und Veränderungen umzugehen, ja sogar den Wandel mit zu gestalten. Wenn uns das gelingt, können wir uns den jetzigen Veränderungen und Krisen stellen, und den Wandel als Herausforderung für eine bessere Zukunft sehen, dann gehören wir heute schon zu den Gewinnern.

Ich wünsche uns allen viel Mut, Zuversicht, gute Ideen und Tatkraft um die aktuellen persönlichen und kollektiven Herausforderungen zu meistern.

Eine schöne, inspirierende und wertvolle neue Woche

Gertrud Müller





unten und oben rechts und links

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 10 Mar, 2019 09:57:23

Wenn wir unten vor einem hohen Gebäude stehen und hinaufblicken erscheint uns die eigene Umgebung real und der Turm da oben groß und hoch, die Turmspitze wirkt klein und weit weg. Steigen wir den Turm hinauf scheint sich alles umzukehren. Die Turmspitze wird groß und real und die da Welt da unten erscheint weit weg, entrückt, klein wie eine Puppenwelt.

Ähnlich ist es mit Sommer und Winter, im Winter können wir uns kaum vorstellen wie warm und bunt der Sommer ist, er erscheint weit weg in der spürbaren Kälte. In sozialen Situationen, in denen wir uns mit anderen wohl fühlen, können wir uns kaum vorstellen, wie sich ein Streit, ein Unfall oder ein Schaden anfühlt. Wir begegnen während eines Lebens so vielen unterschiedlichen Erfahrungen und Menschen immer wieder glauben wir, das was gerade geschieht ist die Realität und schon im nächsten Augenblick kann genau diese Realität eine ganz andere sein. Wenn wir nur die eine Situation als Realität erkennen, dann kann sich diese Situation wie unabändrlich und schicksalhft anfühlen.

Nicht nur die Welt und die Gestirne bewegen sich im Universum, auch wir selbst durchschreiten das Leben und verändern Form, Aussehen, Wissen, Beziehungen und Zugehörigkeiten. Erst wenn wir erkennen, dass wir selbst Wahlmöglichkeiten haben, wohin wir gehen und wie wir uns entwickeln möchten, können wir mutige und individuelle Entscheidungen treffen: wo will ich mich aufhalten? Oben oder unten in der Mitte, rechts oder links. Mit welchen Menschen fühle ich mich wohl? Welche Tätigkeit macht mir Freude. Wo möchte ich verweilen, wohin möchte ich als nächstes gehen?

Wenn wir unsere Gefühle empfinden und das Leben steuern können, dann erkennen wir das Leben ist nicht absolut, statisch und schicksalhaft; wir blicken nicht mehr neidvoll in die Höhe und sagen, die haben es gut und wir blicken nicht mehr verächtlich nach unten und sagen wie gut, dass ich hier oben bin.

Wenn wir gelernt haben, dass wir unser Leben selbst entscheiden, dann gehen wir nach oben, wenn wir eine schöne Aussicht wollen und nach unten, wenn wir unter Leuten sein möchten, aufs Land wenn wir Ruhe brauchen und in der Stadt wenn wir Lebendigkeit erleben möchten. Wir verharren nicht mehr schicksalhaft in Situationen, die uns nicht gefallen, sondern gestalten das Leben in einer wertvollen Weise. Und wenn wir das gut können, ist es nicht mehr wichtig, ob unten oder oben, rechts oder links dann können wir uns von jedem Standpunkt aus bewegen, überall ein erfülltes und ein liebevolles Leben anstreben und gestalten.
Viel Spass und gute Orientierung auf unseren Wegen durch Raum und Zeit!
Gertrud Müller Photo Dr. Madlen Wollersheim





Das Leben spielen

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 03 Mar, 2019 11:07:21

Jetzt im Fasching ist es wieder so weit, die Menschen spielen Leben, werfen sich in andere Rollen, andere Kleider, versuchen andere zu verführen, betrinken sich um Spaß zu haben.
So sehr ich allen Menschen Lebensfreude gönne, so erinnert mich der Fasching auch immer wieder an Kleinkinder.
Auch kleine Kinder spielen Kaufladen, Prinzessin, Kasperltheater und versuchen so mit der Zeit die Rollen und das Theater des Lebens zu verstehen und zu spielen.
Warum spielen auch die großen Menschen im Fasching so ein Theater mit Rollenspielen?
Vermutlich, weil wir uns gern am Leben erfreuen möchten und das im Alltag sehr wenig schaffen. Die erwachsenen Rollen, die wir uns angeeignet haben sind zu eng geworden über die Jahre, zu langweilig, ausgetreten wie alte Schuhe. Wir fühlen uns eingesperrt nicht wohl in unseren oft sehr zwanghaften und angstbesetzen Rollen und wir spüren es wird sich nichts verändern, weil sich die schwerfälligen Gesellschaften kaum verändern wollen und die Einzelnen kaum Einfluss gewinnen können. Vielleicht spielen die Menschen deshalb Fasching, vielleicht versuchen sie ein freies Leben zu üben.
Die kleinen Kinder lernen durch ihre Spiele und die verschiedenen Rollen sich an unterschiedliche Rollen anzupassen.
Vielleicht wollen wir als Erwachsen lernen uns wieder aus unseren festgefahrenen Rollen zu lösen, über unsere bisherigen Rollen hinauszuwachsen, uns in andere Rollen hinein zu fühlen.
Vielleicht ist es mit dem Fasching ähnlich wie mit der Raupe und dem Schmetterling. Wenn wir unsere Raupenrollen verlassen, dann können wir spielen, bunt und frei sein. Vielleicht üben wir im Fasching nur, wie sich eine freie und bunte Gesellschaft anfühlen kann. Wie die Kinder das Erwachsen werden üben, lernen und üben Erwachsenene durch Theater, Fasching, Kino, Film eine Welt von Morgen, eine Welt die sich gut anfühlen kann. Wenn wir die heutigen kämpferischen Science fictions anschauen und die Menschen befragen so ist die Zukunft angstbesetzt.
Vermutlich ist diese Angst sogar berechtigt, weil wir spüren, dass wir in unseren alten engen Rollen und den schwerfälligen Gesellschaften nicht glücklich werden. Vielleicht tragen wir durch unseren Humor durch unsere gespielten Rollen dazu bei, dass eine neue Generation heranwachsen kann. Eine Generation, die uns zeigt, dass es auch eine andere Zukunft und andere Formen des Zusammenlebens geben kann. Vielleicht gelingt es uns eines Tages, eine Zukunft zu gestalten, die frei und bunt ist, gesund und glücklich wie wir uns das bei der Raupe vorstellen, die das Schmetterlingsdasein erreicht hat.

Eine schöne neue Frühlingswoche!

Gertrud Müller















Modernes Märchen

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 24 Feb, 2019 10:18:56
Es war einmal eine neugierige Bewohnerin des Planeten Macius, sie hieß Luna und lebte weit vom Sonnensystem der Erde entfernt. Eines Tages lernte Luna sich von einem Ort zum anderen zu beamen. Luna übte und übte bis es ihr endlich gelang sich im ganzen Universum zu bewegen. Eines Tages erreichte Luna die Erde. Sofort erkannte sie: Hier ist das Leben genauso in Unordnung wie früher auf Macius, damals hieß ihr Planet noch Murksius: Die Menschen auf Murksius stritten, führten Kriege, verschmutzten ihren schönen Planeten, sie waren unfreundlich und wurden im Laufe ihres Lebens immer unglücklicher, träge, krank, alt und sie unterstützten sich gegenseitig wenig. Jeder glaubt der Klügste und Beste zu sein, alle wussten wie sich die anderen verhalten müssen und jeder versuchte das Leben so zu leben, dass er bei anderen gut angesehen war. Sofort erinnerte sich Luna an die schöne Geschichte, die ihr die junggebliebenen Ahnen auf ihrem Planeten Macius erzählten:

Früher als der Planet Macius noch Murksius hieß und im Chaos lag, wuchs eines Tages eine Glücksblume. Jedes Wesen, das den Duft dieser Glücksblume einatmete, konnte wieder spüren, welches Leben sich gut anfühlt. Die Menschen hörten auf das Leben zu leben das andere erwarteten und lebten das Leben, das für sie selbst angenehm war. Mit der Zeit beruhigte sich das Leben und die Menschen hatten das Gefühl: Alles ist gut. Sie begannen freundlicher zu sein und sie lächelten. Immer mehr dieser Glücksblumen wuchsen und die Bewohner begannen harmonisch miteinander zu leben. Sie fingen an sich gegenseitig zu achten und zu helfen, sie bewunderten die Natur und ehrten die Tiere. Das Chaos ging zurück und sie nannten ihren Planeten von nun an Macius. Macius wurde zu einem wunderschönen Planeten. Luna hatte immer ein Säckchen voll Glücksblumensamen bei sich und so streute sie diese an verschiedenen Stellen auf die Erde. Als viele Glücksblumen auf der Erde blühten reiste Luna weiter. Wenn die Menschen den Duft der Glücksblume riechen, dann spüren sie wie sich ihr Leben gut anfühlt und sie werden das Leben leben, das Ihnen gut tut. Luna war sehr zufrieden und sie wusste hier auf der Erde wird das Glücklichsein wachsen. Und solange die Menschen ihre Glücksblumen achten, wird sich ihr Glück erhalten und vermehren.

Märchen erzählen keine wahren Geschehnisse, dennoch kann es möglich sein, sich von Märchen inspirieren zu lassen.

Mögen auch wir inspiriert werden und auch wir unsere Glücksblumen finden und das Leben leben, das uns gut tut.

Eine schöne Woche

Gertrud Müller









Blumenkinder

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 17 Feb, 2019 09:50:24

In den 80er Jahren entdeckte ich das Bilderbuch „Etwas von den Wurzelkindern“. In diesem nostalgischen Bilderbuch ruft die Mutter Erde den kleinen Blumenkinder zu: "Wacht auf, wacht auf ihr Kinderlein! Es wird nun wohl bald Frühling sein". Alle Blumenkinder beginnen voller Vorfreude an ihren Kleidern zu nähen. Mit den fertigen bunten Kleidern gehen die Blumenkinder dann fröhlich hinaus in die frühlingshafte Natur und verzaubern mit ihrer Schönheit die Erde. Eine romantische Vorstellung von den Vorgängen der Natur. Auch wenn diese Vorstellung der modernen Erkenntnis der Biologie nicht entspricht, so zaubern die Bilder der Blumenkinder heute noch Anmut und Wertschätzung für die Natur in die Herzen der Leser, den Zauber:

Alles ist gut, die Welt, in der wir leben, ist in Ordnung.

Ist es nicht genau das, was wir alle wünschen und an das wir nicht mehr glauben können?

1,5 Millionen Menschen in Bayern haben sich für die Bienen auf den Weg ins Rathaus gemacht, Schüler gehen freitags für die Natur auf die Straße und immer mehr Menschen versuchen im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Natur zu schützen. Erste Schritte, neue Ideen für unsere gemeinsame Welt. Die Welt mit ihrer zauberhaften Natur gehört nicht Einzelnen oder den Mächtigen, die sich streiten wie viele Mauern und todesbringende Waffen aufgestellt werden.
Die Welt mit ihrer wunderbaren Natur ernährt alle Lebewesen, schließt niemand aus. Wenn wir es ernst meinen mit unserem Wunsch für eine gute Zukunft und für eine freie und freundliche Welt, dann können wir lernen, hoffen und glauben, dass die Welt gut ist. Wir können beginnen darauf zu vertrauen, dass es das Universum gut mit uns meint und dass unsere Erde wieder in Ordnung kommen kann. Wenn ganz viele Menschen an dieses Ziel glauben, sich engagieren und auch daran arbeiten, dann bin ich mir sicher, das Universum wird uns Menschen eine zweite Chance geben. Der Zauber der Natur und des guten Miteinanderseins kann uns wieder berühren, bis wir eines Tages spüren: Alles ist gut. Die Welt ist in Ordnung.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen schönen ersten Frühlingssonntag in diesem Jahr.

Gertrud Müller



Losigkeiten

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 10 Feb, 2019 10:28:57
Die Medizin diagnostiziert woran der einzelne Mensch leidet z.B. Bewusstlosigkeit, Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit. Heutige Menschen leiden oft nicht mehr selbst, vielmehr fügen sie einander im Getriebensein des Alltags Leid zu: Die Gespenster der Achtlosigkeit, Pietätlosigkeit, Respektlosigkeit, Skrupellosigkeit, Distanzlosigkeit, Regellosigkeit und die Maßlosigkeit wandern durch die Straßen der Welt. An der anderen Straßenseite lauert der Spuk der Arbeitslosigkeit, Wertlosigkeit, Obdachlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Wehrlosigkeit, Aussichtslosigkeit, ...

Einige beten und bitten die Geister der Gewaltlosigkeit und Absichtslosigkeit herab auf die Erde, um all die Schreckgespenster zu vertreiben oder nicht mehr sehen zu müssen.

Solange wir all diese Phänomene so kühl und distanziert benennen als gingen sie uns selbst nichts an, sind wir schon nahe an der Gefühllosigkeit und Schamlosigkeit. Ist es das, was uns kollektiv bedrückt? Leben wir in einer Menschheit, die ihre Gefühle total verdrängt oder verloren hat; eine Menschheit, die sich nicht mehr schämt, wegsieht wenn Menschen sich gegenseitig quälen, eine Menschheit, die sich gegenseitig nicht mehr helfen kann. Verhungernde Kinder, ertrinkende Menschen, Tieren in erbärmlichen Ställen, zerbombte Häuser werden uns in den Medien gezeigt. Daneben eine Spendennummer damit wir als Bürger das wieder lindern was andere einander antun.

Müssten wir nicht endlich aufstehen und diese Spiralen der Losigkeiten überwinden. Müssten wir nicht endlich den Menschen verbieten einander und der Natur so viel Leid zu zufügen? Ja wir müssten, aber da stehen wir schnell wieder vor den nächsten Losigkeiten der eigenen Machtlosigkeit und der Hilflosigkeit. Wir haben seit Jahrzehnten Verantwortungslosigkeit gepflegt, Verantwortung abgegeben an Staaten, Regierungen, Firmenchefs, Behörden und Organisationen und all die bösen Mitmenschen, die schuld sind.
Vor allem diese Verantwortungslosigkeit gilt es zu überwinden. In der Summe entscheiden gerade die kleinen verantwortungsvollen täglichen Entscheidungen von uns allen wie unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder aussehen wird. Jede Kaufentscheidung, jeder Hilfsdienst, jedes Engagement, jedes wertschätzende Füreinander, jedes hilfreiche Gespräch kann das Gespenst der Verantwortungslosigkeit vertreiben und uns das Gefühl geben verantwortlich zu sein; verantwortlich für das eigene Leben, verantwortlich für die Unterstützung der anderen und verantwortlich für eine gutes Zusammenleben von Mensch und Natur.

Ich wünsche uns eine gute Woche mit einem wachsenden Gefühl von Verantwortung.

Herzliche Grüße

Gertrud Müller



Rettet die Bienen

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 03 Feb, 2019 10:04:05
Wer hätte vor 30 Jahren gedacht, dass wir für das Überleben von Bienen eines Tages ein Volksbegehren brauchen. Heute sind viele Menschen am Rathaus gewesen um sich einzutragen.

Für die Techniker erscheint unser Ansinnen die Bienen zu retten vielleicht als romantische Vergangenheitsillusion. Längst wird an Minidrohnen und Robotern gearbeitet, die später die Bestäubung übernehmen werden, wenn die Bienen ausgestorben sind.

Geben wir uns wirklich langsam aber sicher damit zufrieden, dass die Natur von Technik, von der Industrie, der Geldwirtschaft, der Öl- und Rüstungsindustrie überrollt wird?
Die Wiesen und Wälder fallen Großfirmen und Immobilienkonsortien zum Opfer. Heil-Kräuter werden durch Pharmaprodukte ersetzt, Feldwege werden in Straßen umfunktioniert, die Landwirtschaft wird in Großmastanlagen umgebaut und in den Meeren erblühen gigantische Fischfangindustrien und Plastik-Massengräber. Wildtiere, Insekten und Vögel sterben, Menschen werden liebes- und zeugungsunfähig, dafür werden massenhaft Drohnen, Roboter, alle Arten von Computer und technische Neuschöpfungen gezeugt. Porno löst die Liebeslust ab, Gewaltphantasien und Kriegsfantasy-Apokalypsen sind die neuen Zukunftsvisionen.

Wir Erwachsenen stehen wie erstarrt vor diesen Phänomenen, wie das Kaninchen vor der Schlange. Kinder und Jugendliche gehen auf die Straße um sich zu wehren, sie wollen eine gute Zukunft haben. Einige Schulen und Lehrer haben Bedenken, weil die Schulordnung nicht geachtet wird und die Schüler den Stoff versäumen. Und es gibt andere Lehrer, die gehen mit benennen den Protest als Schulveranstaltung.

Ich erinnere mich noch gut an die 80er Jahre, als die Leute aufgestanden sind, gegen Waffenbedrohung und für Umweltschutz. Vielleicht stehen wir wieder vor einer Zeitenwende, eine neue Zeit, in der sich Menschen wieder engagieren für eine freundliche und kooperative Welt. Wir können wieder Zukunftsvisionen kreieren, die eine schöne und wertvolle Zukunft für alle ermöglichen: Eine gesunde Natur, glückliche Menschen, die sich helfen und gegenseitig unterstützen, eine Wirtschaft, in der Menschen fair teilen und Technik, die uns unterstützt in einer naturnahen und freundlichen Welt zu leben.

Jeder einzelne kann einen Beitrag leisten

Ich wünsche uns allen viel Freude beim Gestalten von besseren Lösungen.

Gertrud Müller







Gefühle manipulieren

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 27 Jan, 2019 09:03:40
Wir sehen den Blitz, zeitverzögert hören wir den Donner. Unsere Augen nehmen durch die Geschwindigkeit des Lichts Sehreize viel schneller wahr als unsere Ohren den Schall. Ähnlich ist es mit dem Denken und Fühlen, wir denken an einen verlorenen Gegenstand, suchen ihn, wenn wir ihn gefunden haben sehen wir ihn. In unserem Gefühl zeigt sich jedoch ein ganz anderer Reiz, wir vermissen den Gegenstand, oder wir vermissen ihn nicht. Nur wenn wir einen Gegenstand vermissen, werden wir ihn suchen, ansonsten vergessen wir ihn. Ein anderes Beispiel: wir sehen beim Einkauf einen Gegenstand. Vermutlich prüfen wir nicht nur, ob wir uns den Gegenstand leisten können, ob er nützlich ist, wir müssen auch den Wunsch verspüren, gerade diesen Gegenstand kaufen zu wollen. Wenn wir nur mit dem Verstand entscheiden, würden wir alle vermutlich sehr ähnliche Entscheidungen treffen. Mit dem Gefühl jedoch spüren wir, ob wir Dinge, Situationen, Personen, Tiere mögen oder nicht, ob wir Angst spüren oder Sicherheit, ob sich etwas kalt oder warm, rauh oder weich anfühlt. In der Natur sind alle Gefühle wichtig damit wir uns schützen können, Nahrungsquellen erschließen, Partner finden. Wer gut fühlen kann, und diese Gefühle folgerichtig interpretieren und nutzen kann, hat bessere Überlebenschancen. Vermutlich hängt unser Leben, Überleben und unsere Lebensqualität wesentlich mehr vom Gefühl ab, als vom Denken. Wenn Menschen nicht mehr gut fühlen können, sind sie manipulier- und steuerbar und werden leichter krank. Deshalb wird in totalitären Regimen, den Menschen das eigene Gefühl aberzogen und verboten, nur mehr die Angst bleibt als Gefühl, Personen werden gehorsam handeln aus Angst. Wir glauben in einer freien Gesellschaft zu leben und spüren oft nicht mehr, was wir essen und trinken, was und hilft und gut tut, oder was uns schadet. Durch Werbung wird uns gesagt was wir essen und trinken können, welche Medikamente uns helfen, im Wahlkampf werden wir beeinflusst, wen wir wählen sollen bzw. wollen. Durch Bilder der Medien lernen wir was und Lust macht oder was wir verurteilen, worüber wir uns empören. Mit Nachrichten werden wir beängstigt oder beruhigt. Wir lernen mit der Zeit den Urteilen von anderen und der Öffentlichkeit mehr zu vertrauen als der eigenen Empfindung. Nur so ist zu erklären, dass wir kollektiv abstumpfen, wenn Tonnen von Plastik im Meer schwimmen, wenn die Luft schlechter wird, wenn zerstörerische Waffen gebaut werden, wenn Menschen in den Krieg ziehen und im Meer ertrinken, fliehen oder menschenunwürdig behandelt werden.
Wenn wir gut fühlen können, lösen all diese Erscheinungen Entsetzen in uns aus und den Wunsch diese Zustände zu verändern. Wenn wir jedoch der Beschwichtigung, dem Urteil von Megafirmen, den Bildern der Politik, der Ideologien und Medien mehr glauben als der eigenen Empfindung, dann haben wir das Gefühl: Ist alles nicht so schlimm. Die Politik und die Wirtschaft, die großen Führer werden es schon richten. Ich wünsch uns allen den Mut wieder unsere eigenen Gefühlen zu spüren und ihnen zu trauen, damit wir gemeinsam Wege finden in eine gute Zukunft für alle Lebewesen auf diesem Planenten.
Schöne Woche
Gertrud Müller

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