Frieden macht Schule Blog

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Allein?

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 24 Mar, 2019 08:00:52
Immer wieder sehen wir gerade Bilder von großen Demonstrationen. Bürger gehen auf die Straße, weil sie keinen Brexit wollen, gerechtere Verteilung der Ressourcen fordern oder andere Gesetze. In dieser Masse erscheint der Einzelne nicht mehr allein, schwach und bedeutungslos, in der Masse erscheint der Einzelne bedeutungsvoll und wichtig; gerade die Masse benötigt ganz viel gleiche Einzelne, viele Stimmen mit gleicher Meinung um Masse zu sein. Das ist der Vorteil, die Chance, die Macht der Masse. Und genau, das ist auch der Nachteil, der einzelne Demonstrant bewirkt als Mitläufer der Masse so gut wie nichts; nach der Demonstration geht jeder nach Hause mit dem Gefühl, ich bin nicht allein, es gibt ja noch so viele die auch meiner Meinung sind. Und so erscheinen Massendemonstrationen wirkungsvoll. Ist Ihnen schon aufgefallen, dass sich sehr wenig ändert durch Massen und Demonstrationen. Seit den 80er Jahren sind große Friedensdemos und es gibt mehr Waffen, mehr Terroranschläge und Amokläufe als je zuvor. Kinder gehen seit Monaten auf die Straße für Umweltschutz, dann werden die Grenzwerte die unserer Gesundheit schaden angepasst und mit fragwürdigen Untersuchungen wird Bürgern vermittelt die Abgase sind ja gar nicht so schädlich. Die Journalisten decken Finanzskandale auf, Millionen empören sich, wen stört das schon, der Betrug geht weiter. Die Mächtigen interessieren sich nicht für die Massen, die demonstrieren, sondern für die Masse der Bewunderer, die Masse der Untergebenen, die Masse der Kunden, die Masse der Steuerzahler und die Masse der Wähler. Sind sie erst mal gewählt, bewundert, reich und in machtvollen Führungspositionen machen sie was sie für richtig halten. Ich frage mich was würde wohl passieren, wenn wir einfach nicht mehr Masse sind, nicht mehr in der Masse in den Krieg ziehen, nicht mehr in der Masse eine sinnlose Arbeit verrichten, als Masse nicht mehr schädliche Produkte konsumieren, nicht mehr als Masse wählen. Was würde passieren, wenn wir uns weigern einer in der Masse zu sein. Wenn statt dessen jeder sein wertvolles Potential nützt, wenn jeder sein ganz persönlich wertvolles, individuelles, sinnvolles Leben führt, eine wertvolle, sinnvolle Arbeit macht und an seinem Platz nach besten Möglichkeit und ganz individuell dazu beiträgt, dass die Welt ein besserer Ort wird. Wenn jeder Nein sagt, wenn ihm sinnlose oder schädliche Aufgaben zugeteilt werden. Wenn jeder Nein sagt zu Produkten, die der Umwelt und der Gesundheit schaden. Möglicherweise wäre diese Masse an individuellen Einzelkämpfern, die ihre kleine Welt verbessern viel wirkungsvoller. Warum wollen wir unsere Macht den Mächtigen, den Reichen und Schönen und den Führungskräften überlassen, die möglichst viele Menschen gleichschalten, die viele Gleiche brauchen, um gewählt, gebraucht und bewundert zu werden? Mächtige brauchen Abhängige um mächtig zu sein. Müssen wir uns heute noch von anderen bemächtigen lassen, geführt werden wie Schafe in der Herde und regiert werden wie einst die Untertanen in großen Reichen? Sind wir nicht längst selbstständig und erwachsen? Macht hat nur der, die oder das im Leben, was wir selbst zum Mächtigen erklären, weil wir uns ohnmächtig fühlen. In der Masse sind wir nicht mächtig wir demonstrieren nur unsere kollektive Machtlosigkeit. Vielleicht können wir uns stattdessen fragen, was kann ich jetzt, hier und heute tun um mich kräftig, gesund und machtvoll zu fühlen. Ich wünsche uns allen viel Kraft und gute Ideen um die eigene Macht zu spüren und die Welt wieder zu einem besseren Ort zu machen.
Gertrud Müller


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