Frieden macht Schule Blog

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Wir müssen reden...

Frei denken - nicht mitlaufenPosted by Dr. Gertrud Müller 02 Jun, 2019 11:40:12
Wenn Menschen diesen Satz sagen ist nicht immer ein faires Gespräch auf Augenhöhe zu erwarten. Vielmehr entlädt sich teilweise eine Flut von unreflektierten Interpretationen, Beschuldigungen und unerfüllten Erwartungen. Was können wir tun, wenn andere uns verurteilen, abwerten, uns nicht verstehen, nicht glauben, nicht wertschätzen, uns verraten, nicht vertrauen, nicht ernst nehmen oder uns völlig ungerechtfertigt beschuldigen.
Zuerst können wir ruhig bleiben, zuhören und versuchen den Standpunkt des anderen zu hören. Zu einem Gespräch gehören immer mindestens zwei. Zeitweise gelingt es trotz der eigenen Bemühung nicht eine vernünftige Basis für ein Gespräch zu finden. Manchmal sind unsere Erlebnisse, Erfahrungen, Interpretationen und Deutungen der Welt einfach zu verschieden. Manchmal müssen wir der Realität ins Auge sehen: mit dieser Person wird es vorläufig keine Möglichkeit für eine Lösung geben. Auch das ist Leben, wir können lernen zu akzeptieren, dass es auch in einem grenzenlosen Universum Grenzen gibt. Wir können lernen, dass Menschen die Welt aus sehr unterschiedlichen Perspektiven wahrnehmen, dass wir alle mit sehr verschiedenen Gefühlen geladen und beladen sind. Der eigene Wunsch nach Liebe, Verstehen und Verstandenwerden prallt an die Mauer der Verurteilung, des Zynismus, des Sarkasmus, der Lieblosigkeit, der Ignoranz des anderen. Die eigene Liebe, Fürsorge und das Wohlwollen wird nicht immer erwidert. Viel zu lange haben die Menschen schon Dramen, Streit und Lieblosigkeit kultiviert. Wir können kaum mehr glauben, dass es noch echte unverfälschte Zuneigung und wechselseitige Hilfe und Liebe geben kann.
Es lohnt sich dennoch an liebevollem Denken und Verhalten zu arbeiten, immer wieder.
Mit zunehmender Reife erkennen wir dann: auch Missverständnisse, Ablehnung und Unverständnis gehören zu den Lernaufgaben und Prüfungen in Menschlichkeit. Auf dem Weg zur Weisheit können wir immer mehr Gelassenheit entwickeln gegenüber den verrückten Schauspielen und Machtkämpfen des Lebens. Wir können die Dramen der Menschen nicht mehr so ernst nehmen und langsam erkennen wir, dass wir alle gerade die Lebensschule der Menschlichkeit durchlaufen. Gütig lächelnd blicken wir dann auf uns selbst und die Tolpatschigkeit all der kleinen Menschlein um uns herum; wie Erstklässler lernen gerade die ersten Lektionen selbstbestimmtem Leben und es wird noch einige Zeit dauern bis ein größerer Teil der Menschheit weise wird und liebevoll miteinander leben kann. Wenn wir all die Mühen, Fehler und Unfähigkeiten der Teilnehmer der Menschlichkeitsschule oft genug gesehen haben, dann lachen wir von Herzen, wie in einen guten Kabarett, über diese (noch) so grotesk unterentwickelte Seite der Menschheit. In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel Gelassenheit und eine große Dosis Humor trotz aller derzeitigen Verwerfungen und den notwendigen Lernprozessen der Menschheit. Eine humorvolle Woche Gertrud Müller


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